Refidomsa

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Der Rohölsektor der Dominikanischen Republik wird von der "Shell" – also einem Privatunternehmen – beherrscht. "Shell" ist hälftiger Teilhaber des Staates an der staatlichen  "Refinería Dominicana de Petróleo (Refidomsa)" – lassen wir die Frage unbeantwortet, ob es sich insoweit noch um ein "staatliches" Unternehmen handelt. Jedenfalls beherrscht die "Shell" seit mehr als drei Jahrzehnten die Verwaltung dieser Raffinerie. Durch die Ausgrenzung "privater" Unternehmungen beim  Petrocaribbean-Abkommen durch den venezolanischen Präsidenten ist die "Shell" in ihren Interessen verletzt. Vor dem Petrocaribe-Abkommen hatte Venezuela nur 24.000 Barrel pro Tag ins Land geliefert, künftig soll das  verdoppelt werden. "Shell" kramt zur Zeit die Verträge mit der Dominikanischen Republik aus der Schublade und weist plötzlich auf anzurechnende "Verluste" hin. Inwieweit der Hinweis von "Shell" und ihren "Sprachrohren" auf eine mangelnde Infrastruktur Venezuelas, der durch Petrocaribe – nicht nur gegenüber der Dominikanischen Republik – gestiegenen Nachfrage gerecht zu werden, zutrifft, wird sich noch erweisen müssen. Jedenfalls sorgte die "Shell" im September 2005  dafür, daß insbesondere mehr Öl aus Mexico importiert wurde, einem Land, das der Dominikanischen Republik in finanzieller Hinsicht nicht vergleichbar entgegenkommt. Deshalb, so die Regierung, hätte man im September die Quote von 50.000 Barrel mit Abstand verfehlt und logischerweise viel Geld verloren.

  • Refidomsa-Shell ist nicht nur verantwortlich für die finanziellen Verluste die die Dominikanische Republik erlitten hat durch das destruktive Verhalten dieses dominikanischen Monopolisten bei der Nutzung der vollen Chancen durch Petrocaribbean;
  • Refidomsa-Shell produzierte bislang Benzin, ohne das eine Oktanzahl bekannt wäre;
  • folgerichtig fielen Ende 2005 mehr als 1.300 Fahrzeuge aus aufgrund mangelhafter Qualität des Normalbenzins, das evtl. qualitätsidentisch war mit dem Trinkwasser in den 5 Gallonen Plastikflaschen (hierzulande bewegt man schon lange nicht sein Auto ohne Additiv);
  • im Jahr 2005 traten aus der Raffinierie giftige Gase aus und verursachten Gesundheitsschäden.

"La sociedad Estado-Shell en Refidomsa" existiert seit dem Jahr 1969. Bereits 1996, unter der ersten Präsidentschaft Leonels, war eine Kommission gebildet worden, um eine Revision dieses uralten Abkommens auszuarbeiten. Kommissionstypisches Ergebnis: keine Resultate!
Der vormalige Präsident der Shell-Refidomsa,  Arístides Fernández Zucco, wurde anläßlich des Giftgasaustrittes am 25. Oktober 2005 entlassen. Dieser Präsident war noch als Fürsprecher einer Revision des Vertrages aus dem Jahr 1969 aufgetreten.

Sein Nachfolger  Antonio Rodríguez hat sich bislang zu dem Thema noch überhaupt nicht geäußert.