Dimon und der “Matthews Trick”

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Der “Matthews Trick”: Links antäuschen und dann rechts vorbei. Mit diesem Trick wurde der englische Fussballer Stanley Matthews zur Legende. Der frühere deutsche Nationalspieler Libuda kopierte den Trick erfolgreich. Er wurde folgerichtig auch “Stan Libuda” genannt.

Nu sind die USA nicht gerade für eine lange Fussball Tradition bekannt. Trotzdem scheint der Chef der US-Grossbank JPMorgan Chase, Jamie Dimon, den “Matthews Trick” auch zu kennen:

  • links antäuschen – Bitcoin diffamieren,
  • dann rechts vorbei – grosse Mengen Bitcoin zum gedrückten Preis einkaufen.

 

Wie aus Handelsdaten der schwedischen “Nordnet Bank” hervorgeht, kauften die beiden Firmen “JP Morgan Securities” und “Morgan Stanley” am 15. September Bitcoin-Papiere im Wert von rund 3 Millionen Euro. Auch Goldman Sachs und Barclays kauften an diesem Tag Bitcoin-Papiere.

Die drei Banken nutzten die Gelegenheit des abgestürzten Preises und kauften die Papiere relativ preiswert. Denn der Bitcoin-Kurs war infolge des harten Vorgehens der chinesischen Behörden gegen die Bitcoin-Börsen des Landes massiv eingebrochen.

Möglicherweise hatten sogar die extrem diffamierenden Ausfälle des JPMorgan-Chefs Dimon über Bitcoin einen Einfluss auf den unmittelbar darauf folgenden weiteren Kurseinbruch.

Selbst wenn JPMorgan nicht für sich selbst in die Bitcoin-Papiere investiert hat, sondern für seine Kunden, steht dies im Widerspruch zu den Worten von Jamie Dimon, Bitcoin sei „Betrug“ und eine Investition in die Kryptowährung sei „dumm“.

Börsengehandelte Bitcoin-Papiere sind bei herkömmlichen Investoren und Vermögensverwaltern der “Old School” beliebt. Sie wollen in Bitcoin investieren, dabei aber den Umgang mit der Technologie selbst vermeiden.

Börsengehandelte Bitcoin-Papiere werden unter anderem von der dänischen Saxo Bank angeboten, welche die Papiere „Bitcoin Tracker“ nennt. Sie bilden den Bitcoin-Preis in Euro oder in Dollar ab.

Wegen des Anstiegs des Bitcoin-Preises haben sich auch derartige Papiere zuletzt sehr gut entwickelt. Der Kurssturz Mitte September ist schon wieder aufgefangen.

Unsere Geschiche geht noch weiter.

JPMorgan spekuliert nämlich nicht nur mit Bitcoin-Papieren, sondern investiert auch massiv in die dahinter stehende Blockchain-Technologie.

  • So hat die Investmentbank seit dem Jahr 2014 in den USA mehr als 175 Mal erfolglos ein Patent für eine „Bitcoin-Alternative“ beantragt.
  • Zudem arbeitet JPMorgan im Projekt „Quorum“ an einer auf Ethereum basierenden Blockchain.
  • Außerdem ist heute eine ganze Reihe früherer Mitarbeiter der Investmentbank im Bereich Blockchain und Bitcoin tätig. Der frühere JPMorgan-Rohstoffhändler Daniel Masters wollte sogar schon im Jahr 2014 einen Bitcoin-Hedgefonds starten.
  • Die frühere JPMorgan-Bankerin Blythe Masters gründete ihr eigenes Blockchain-Unternehmen “Hyperledger”. Die Investmentbankerin gilt als maßgebliche Erfinderin des Finanzderivats Credit Default Swap, einer Kreditausfallversicherung. Ihr Unternehmen “Hyperledger” wird inzwischen von der “Linux Foundation” betrieben. Doch Blythe Masters ist noch immer stark in das Projekt involviert und sitzt im Verwaltungsrat des Unternehmens.

 

Bei Jamie Dimon ist es naheliegend, dass einem eine alte Börsenweisheit in den Sinn kommt:

“pigs get slaughtered.”

auf deutsch

“Schweine werden geschlachtet.”

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