BTC – aktuelle Transaktionsprobleme

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Seit dem 11. November benötigen Bitcoin Transaktionen unglaublich lange Zeit.

Wir erleben das am eigenen Leib. Wir haben bei einer Anweisung von 3.5 Bitcoin 33 Stunden Wartezeit gehabt.

Das hatten die Betreiber von SegWit2x wohl nicht als Konsequenz der Aussetzung ihres Vorhabens erwartet. Erwartet hatten sie wohl auch nicht, wie sehr die Miner auf die Blockchainverdoppelung gesetzt hatten und hinter den Reformern standen.

Die Aufgabe der Betreiber von SegWit2x geschah mit der löblichen Absicht, den Erfolg von Bitcoin nicht zu stören. Denn die Nutzer wollten augenscheinlich ein

“weiter wie bisher”

und signalisierten mehrheitlich, nicht mitziehen zu wollen. Damit aber wollen anscheinend die Miner nicht leben, die, die eigentlich alles am Leben erhalten. Was nutzt ein Porsche ohne Räder?

Nochmals zum besseren Verständnis:

SegWit2x sollte das Netzwerk verbessern, denn Bitcoin stößt aufgrund seines Erfolges als Zahlungsmittel an Kapazitätsgrenzen.

Während etwa der Kreditkartenanbieter Visa derzeit durchschnittlich 24.000 Transaktionen pro Sekunde verarbeitet, stösst die Blockchain hinter Bitcoin schon bei einem Volumen von mehr als sieben Transaktionen pro Sekunde auf Dauer an ihre Grenzen.

Die sogenannte „Hard Fork“, die die Größe jedes Blocks in der Blockchain von einem auf zwei Megabyte verdoppelt hätte, hätte im Wesentlichen eine neue Bitcoin geschaffen (BX2), zu der die Nutzer hätten wechseln müssen. Diese Spaltung aber wurde von den Bitcoin-Nutzern nicht mitgetragen. Diese hatten in Wirklichkeit nicht verstanden, worum es gegangen war. Nutzer sind eben keine Miner, haben keine Ahnung von den Problemen jener, die Bitcoin erzeugen.

“Nur nichts verändern”

kann ein falscher Ansatz sein, wie wir sehen.

Bei Bitcoin geht es um Konsens. Will man eine Transaktion über Bitcoin durchführen, muss das Netzwerk diese erst im Konsens bestätigen.

Die SegWit2x-Lösung ist niemals dafür entwickelt worden, das Netzwerk zu spalten. Man wollte, dass der fortbestehende traditionelle Bitcoin in der renovierten Form fortbesteht. Die Masse der Ahnungslosen, “die Trägheit der Masse”, hat das vermasselt.

Bitcoin Cash hatte sich im August 2017 abgespalten weitgehend aufgrund der selben Diskussion, die bis jetzt angedauert hatte. Es wurde im Prinzip also bereits eine Alternative zu Bitcoin in der alten Form geschaffen.

Für die Miner war es danach profitabler, Bitcoin Cash zu ‚minen‘ als Bitcoin. Bitcoin Cash verfügt über eine höhere Blockgröße, kann achtmal so viel Daten verarbeiten wie Bitcoin, und ist deshalb preiswerter und schneller.

Viele Miner sind daher noch nicht wieder zur klassischen Bitcoin zurück gewechselt. Wir erleben aus diesem Grund derzeit einen großen Rückstau unbestätigter Transaktionen in der Blockchain von 122.000 Transaktionen. Nutzer müssen daher nun eine höhere Gebühr bezahlen oder länger warten, bis ihre Transaktionen bestätigt werden. Zum Höhepunkt des Chaos am 12. November hat die Anzahl unbearbeiteter Transaktionen sogar bei 176.000 gelegen. Transaktionsgebühren von bis zu USD 10,00 waren die Folge.

Das hat die “träge Masse” nicht gewollt, die Konsequenzen nie bedacht, nie verstanden gehabt.

“Neuland”

würde die Neu-Jamaikanerin Angela Merkel sagen.

Die Erholung des Bitcoin Kurses am 13. November ist darauf zurück, dass neue Investoren jeden Kurseinbruch zum Einstieg nutzten. Schliesslich sind die aktuellen Probleme ärgerlich, aber nicht existenzbedrohend. Auch Mike Kayamori, Chef der Bitcoin-Börse Quoine, hält Panik für unangebracht. Anleger sollten beide Währungen – Bitcoin (BTC) und Bitcoin Cash (BCH) – halten und das Ergebnis abwarten.

Wir wissen doch in Deutschland: Selbst Wiedervereinigungen kommen manchmal schneller als erwartet.

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