Bitcoin Höhenrausch & die Schweiz

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Bitcoin hat die Marke von USD 6.000,00 am 20. Oktober geknackt.

Natürlich wird es weiter auf und ab gehen, insbesondere nach historischen Höchstständen geht es rein technisch im Regelfall wieder leicht abwärts – aber die Gundtendenz ist wohl weiter aufwärts.

Die althergebrachten Banken bekommen allmählich Anfälle von Fussschweiss. Mit dem Vorstoss des Bitcoin gegen die USD-Marke von 6.000 kommen die Geldhäuser nicht mehr um die Kryptowährung herum. Gegenüber ihren Kunden rudern die Institute nahezu panikhaft zurück. Die rasante Entwicklung macht es unmöglich für Banken, das Phänomen Bitcoin weiter zu ignorieren.

Zahlreiche Banken bezeichneten die digitale Währung als Hokuspokus-Geld, ohne einem zugrundeliegenden Wert. Dies, nachdem die Institute in den Nullerjahren wenig Hemmungen gezeigt hatten, ihren Kunden bedeutend schlechtere Tech-Ideen oder Produkte als nächstes Börsenwunder zu verkaufen.

J.P. Morgan, die Bank also, deren Chef Jamie Dimon noch vor kurzem jeden Angestellten feuern wollte, der mit Bitcoin handelt, wirft das Ruder um. Jetzt präzisierte dort Anlagechefin Marianne Lake, dass die Bank gegenüber der Verwendung von Kryptowährungen

“offen”

sei und die Blockchain bereits zum Nutzen ihrer Kunden teste.

Schon lange sehr offen dem Bitcoin gegenüber ist die Schweiz.

Sucht man Ersatz für das fortgeworfene Bankgeheimnis?

“Krypto Valley” in der Schweiz, konkret der Kanton Zug, hat sich mit einem Cluster von spezialisierten Firmen und Dienstleistern sowie klugem Standortmarketing innerhalb von nur zwei Jahren zur eigentlichen Krypto-Hauptstadt der Welt gemausert.

Ersetzt Krypto nun das fortgeworfene Bankgeheimnis, wird Krypto der neue Renner für die Eidgenossen?

Die Aufsichtsbehörde Finma mit einer Krypto-freundlichen Regulierung hat jedenfalls dazu beigetragen, dass zahlreiche ausländische Anbieter, Broker, Handelsplattformen und Börsen ihre Unternehmen in der Schweiz – oder vielmehr in Zug – ansiedelten.

Mit “Bitcoin Suisse” hat sich im Zuge des Booms der bekanntesten Kryptowährung einer der weltweit anerkanntesten Bitcoin-Broker etabliert, der nun auch für Schweizer Banken tätig werden kann. Denn die Finanzregulierungsbehörde Finma war es, die mit einer rasch erteilten Bewilligung für das Krypto-Asset-Management der Falcon Private Bank im Prinzip dem gesamten Schweizer Bankenplatz und seiner Kundschaft Tür und Tore für eine neue – und möglicherweise höchst zukunftsträchtige – Vermögensklasse geöffnet hat.

In kaum einem anderen Land auf der Welt sind Kryptowährungen stärker integriert als in der Schweiz:

  • Zug war konsequenterweise weltweit die erste Gemeinde überhaupt, die Bitcoin als Währung für Steuerzahlungen akzeptierte.
  • Inzwischen hat Chiasso nachgezogen. Die Tessiner Grenzgemeinde will sich ebenfalls als Krypto-Hub und Zentrum für Blockchain-Entwicklung positionieren.
  • Sogar die SBB als Staatsbetrieb bietet Transaktionsmöglichkeiten mit Bitcoin an.
  • An der Hochschule Luzern können Kundinnen und Kunden Rechnungen mit Bitcoin bezahlen.

 

Ganz klar:

Kryptowährungen sollen der Schweiz und ihrem Finanzplatz zu einem ähnlichen Standort- und Wettbewerbsvorteil verhelfen, wie einst das Bankgeheimnis.

Kryptowährungen und die Blockchain-Technologie bauen auf Sicherheitsmechanismen auf, die eine volle Transparenz über Transaktionen und Volumen ermöglichen, während andererseits die Identität der agierenden Individuen und Institutionen nur durch die Krypto-Adressen identifiziert werden können.
Privatbanken können die Blockchain dafür einsetzen, ihre Kundendaten soweit zu schützen, dass sie dem Anspruch nach Steuertransparenz zwar gerecht werden, kritische Informationen, die missbraucht werden könnten, jedoch unzugänglich blieben.

Das ist ja löblich, aber auf gut deutsch heisst das natürlich:

Dem Staat werden alle Informationen geliefert, die er haben will.

An dieser Stelle ist das Angebot der Schweiz von ausserhalb der Schweiz geschickt und diskret zu “modifizieren”. Denn die Schweiz will zwar fortschrittlich sein, aber “steuertransparent”.

Die Privatsphäre auch bei Bitcoin ist ausserhalb der Schweiz zu sichern.

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