03. August 2009

Archäologen bei der Arbeit
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Deutschsprachige Nachrichten aus Panamá

Archäologen an der Arbeit

Archäologen bei der Arbeit

Gearbeitet wird an der Casa Terrín Franco in Panamá Viejo, der ersten neuspanischen Siedlung der heutigen Hauptstadt des Landes.

Das Haus wird nach Abschluß der Renovierungsarbeiten ein typisches Wohnhaus dieser Epoche anschaulich machen. Derzeit gearbeitet wird an den beiden Haupteingangstüren und den Fenstern.

Die Archäologen Juan Guillermo Martín aus Kolumbien und Karla Quezada aus Costa Rica erklären, daß alle neu entdeckten alten Originalteile zur Untersuchung ins archäologische Laboratorium des "Patronato Panamá Viejo" gesandt werden wo entschieden wird, ob sie in das Museum kommen.

Panamá Viejo wurde bereits 1671 vom englischen Piraten Henry Morgan überfallen und niedergebrannt. Der Ort wurde darauf verlassen, und es entstand die Keimzelle der heutigen Hauptstadt im Casco Viejo.

Torrijos Sozialprogramm im Focus

Während der Präsidentschaft Martín Torrijos wurde im Jahr 2005 ein Sozialprogramm zugunsten ärmster Bevölkerungsschichten gestartet. Bedingung von Zuwendungen war, daß die Eltern ihre Kinder auch wirklich zur Schule schickten und beständig ärztlich untersuchen ließen. Die monatlichen Zuwendungen betrugen zunächst USD 35,00, wurden später aber erhöht auf USD 50,00.

Das hört sich gut an.

Die tatsächlichen Vorgänge um dieses Programm sind jetzt Gegenstand eingehender Untersuchungen, sagt der neue Sozialminister Guillermo Ferrufino. Wie es aussieht, seien Personen in den Genuß dieser Zahlungen gekommen, die die Bedürftigkeitsstufe gar nicht hatten – aber dafür das richtige Parteibuch. Diese Klientel kam oft auch in den Genuß doppelter Zuwendungen, indem man aus einem einzigen Sachverhalt getrennte Fälle konstruierte. Zahlungen flossen weiter, wenn die Bedürftigkeit gar nicht mehr gegeben war.

Es erweist sich immer wieder: Sozialdemokraten darf man in keinem Land der Welt an staatliche Finanzen heranlassen – Sozialisten schon gar nicht.

Neuer Chef der CSS

Neuer Direktionschef der "Caja de Seguro Social" (CSS) wird ab 1. Oktober der Industrieingenieur Guillermo Sáez-Llorens.

Sáez-Llorens arbeitet derzeit als Geschäftführer der Firma GBM.

Als seine Hauptaufgaben betrachtet er die Neuorganisation des Einkaufs pharmazeutischer Produkte wie die Abschaffung der ewigen Wartezeiten, bis Patienten endlich den notwendigen chirurgischen Eingriff bekommen.

Die bisher nur als schlampig zu bezeichnende staatliche Behörde schleppt mehr als 20.000 Angestellte durch, ist für die Pensionszahlungen zuständig wie für die Gesundheit der dort "versorgten" Menschen.

Frischer Wind aus der privaten Wirtschaft auch für diesen Bürokratiemoloch. Zusammen mit Mario Quiel und Enrique Lau soll Guillermo Sáez-Llorens die CSS aus dem Dreck ziehen. Die Bestätigung der neuen Führungsspitze durch die Nationalversammlung gilt als sicher.

Hohe Gefangenenquote

Im Gefängnis in Panamá
Von 100.000 panamaischen Einwohnern sitzen 275 im Gefängnis.

Mit dieser Quote ist Panamá das Land mit den meisten Gefängnisinsassen gemessen an der Gesamtbevölkerung in ganz Lateinamerika, erklärt Elías Carranza, Direktor des lateinamerikanischen Institutes der Vereinten Nationen zur Kriminalitätsprävention ("Instituto Latinoamericano de las Naciones Unidas para la Prevención del Delito y Tratamiento del Delincuente).

Carranza fordert mehr soziale Maßnahmen, um Kriminalität zu reduzieren.

Auffallend ist, daß Panamá die höchste Gefangenenquote hat, bei weitem aber nicht die höchste Kriminalität der Region.

Virus A(H1N1) in Panamá

588 Fälle der "gripe porcina" wurden in Panamá bestätigt bis Ende Juli.

Atemschutz

304 Betroffene sind männlichen, 284 weiblichen Geschlechtes. 342 Infizierte sind im Alter von allenfalls 15 Jahren.

Die meisten Erkrankten leben in Panamá Metro und San Miguelito. Die indigenen Gebiete sind überhaupt nicht betroffen.

Bei zwei Todesfällen kann man sich streiten, ob der Virus eine Rolle gespielt hatte. Die einschlägigen gestorbenen Patienten waren grundsätzlich nicht am Schweinegrippe Virus gestorben sondern aus anderen Gründen – aber sie waren infiziert, was jedenfalls ihre Widerstandskraft nicht gestärkt haben kann.