Panama Papers – na und?

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Viel Lärm um nichts.

Da tauchen ein paar einzelne Namen auf, von Sportlern, aus der Politik, von was weiss wem alles.

Aber was grundsätzlich bringt der Rummel um die Panama Papers an neuen Erkenntnissen?

  • 963 Offshore Vehikel wurden bei Mossack Fonseca bestellt von der brasilianisch-schweizerischen Bank J. Safra Sarasin Luxembourg,
  • 918 über eine CS-Tochter auf den Kanalinseln,
  • 733 durch HSBC Private Bank in Genf,
  • 579 von der Grossbank UBS.

 

Um zu verstehen, dass dieses Geschäft von den Schweizer Banken nicht nur gemacht, sondern immer wichtiger wird, braucht es indes kein Datenleck in Panama.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) höchstpersönlich trägt diese Daten Jahr für Jahr bei über 70 Schweizer Banken zusammen – ohne deshalb irgendwas widerrechtlich entwenden zu müssen.

Und was ergibt sich daraus?

Von in den Offshore-Plätzen hochoffiziell gemeldeten Kunden strömte den Banken zwischen 2010 und 2014 deutlich mehr Vermögen zu.

Die Zunahme aus Spar- und Wertschriftenguthaben sowie „übriger Verpflichtungen“, wie es so schön im Bankenjargon heisst, betrug in jenem Zeitraum über 35 Milliarden Franken. Ende 2014 verwalteten die Institute dort gut 232 Milliarden Franken.

Das meiste Geld stammt dabei aus den britischen West Indies in der Karibik. Insgesamt 94,2 Milliarden Franken hatten dort gemeldete Kunden bei Schweizer Banken ausstehend. Es folgen Panama mit 27,8 Milliarden und die Caicos-Inseln mit 19,8 Milliarden Franken.

Panama ist damit der zweitwichtigste Offshore-Platz der Schweizer Banken – aber nicht mehr der allerbeliebteste. Den Höhepunkt hatte der für seine tiefen Steuern und Verschwiegenheit bekannte Finanzplatz am Isthmus im Jahr 2012 erreicht. Damals verwalteten Schweizer Institute fast 30 Milliarden Franken von in Panama gemeldeten Kunden. In jener Zeit zog es nahmhafte Schweizer Banken dorthin.

Seither zeigt der Trend abwärts, wie sogar die Panama Papers belegen. Laut dem Beratungsunternehmen Deloitte hat die Region Panama-Karibik gar mit einem rapiden Vermögens-Abfluss zu kämpfen – zwischen 2008 und 2014 halbierten sich die dort verwalteten internationalen Gelder auf USD 900 Milliarden.

So viel hat kein anderer wichtiger Offshore-Platz verloren, stellt Deloitte fest.

Seit letztem Jahr gilt in Panama die US-Steuerrichtlinie Fatca – die verschwiegene Offshore-Oase wird – insoweit – trockengelegt. Aber Fatca trifft nur Staatsbürger der USA, keine Europäer.

Panama als letzte Bastion der Undurchsichtigkeit in einer um Transparenz bemühten Finanzwelt hinzustellen, wie es nun die üblichen Publikationen tun, greift zu kurz, besser: Greift daneben.

Der Offshore-Geldfluss verlagert sich bloss in andere Destinationen. Das zeigt auch die SNB-Statistik: Aus Plätzen wie Bahrain, der Isle of Man, Jersey, Samoa oder Singapur flossen den Schweizer Banken seit 2012 munter Vermögen zu.

Der Offshore-Platz, von dem keiner spricht

Als Offshore-Destination überholt hat Panama ausgerechnet ein Finanzplatz, von dem in den jetzigen Enthüllungen nicht ein einziges Mal die Rede war: Im Jahr 2012 wurde in den USA erstmals mehr Geld von internationaler Kundschaft verwaltet als in der Region Panama-Karibik. 2014 hielten die Vereinigten Staaten mit Offshore-Geldern in der Höhe von USD 1.400 Milliarden den dritten Rang hinter Grossbritannien – und der Schweiz.

Aufmerksame Beobachter bemerkten dieser Tage, dass im für seine steuergünstigen Firmenkonstrukte bekannten US-Bundesstaat Delaware die ICIJ-Rechercheure wohl auf Granit gebissen haben. Da wurde nicht so geschlampt wie bei Mossfon.

Ausserdem: Ganz im Gegensatz zu Panama müssen dort nicht einmal die am Unternehmen berechtigten Personen angegeben werden.

Warum eigentlich ist Panama dann von Bedeutung?

Panamaische Banken sind für das Offshoregeschäft völlig nutzlos, überreguliert und bieten kaum interessante Dienstleistungen. Die findet man woanders.

Was Panama so interessant macht, sind seine Strukturen, die Kapitalgesellschaft und die herrlich vielseitige Stiftung des privaten Rechts. Mit diesen Strukturen arbeiten wir. Unsere Partnerbanken sind ganz woanders angesiedelt, nicht in Panama. Diese Banken in anderen Jurisdiktionen akzeptieren aber alle gern die Strukturen aus Panama. Wo nur die Struktur ist, nicht aber das Geld, wird auch kein Geldfluss mehr registriert.

Ein weiterer unschätzbarer Vorteil Panamas:

Niemand stört uns bei unserer Arbeit.

  • Mit welchen Offshore Banken ausserhalb Panamas wir zusammenarbeiten, interessiert hier niemanden.

 

Und natürlich gründen wir von Panama aus auch Strukturen in anderen Jurisdiktionen als Panama. Der Cook Island Trust ist hochinteressant wie auch Strukturen aus Hong Kong und Belize usw.

  • Auch das interessiert niemanden in Panama.

 

Panama ist für uns die ideale Offshore Drehscheibe, die Basis für weltweites Offshore – je nachdem, was für unseren Kunden das Beste ist.

Last but not least:

  • Uns entwendet niemand unsere Daten!
  • Garantiert nicht!

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