Transaktionen: Bitcoin Cash statt Bitcoin?

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Selbst bei einer langsamen Bestätigungszeit sind beim Bitcoin zwischenzeitlich

Transaktionsgebühren von USD 15,00 bis USD 25,00

normal. Soll es schnell gehen, d.h. die Bestätigungszeit unter 60 Minuten liegen, dann kann sich dieser Betrag sogar verdoppeln oder verdreifachen.

Das hat zur Folge, dass die Zustimmung für Bitcoin als Transaktionswährung für die Dinge des alltäglichen Lebens schwindet.
Der rasante Erfolg des Bitcoin wird zum größten Problem, da die Skalierung mit der Transaktionsnachfrage nicht mithält.

Wie schnell kann das Skalierungs-Problem behoben werden?

Allerdings werden Bitcoin-Zahlungen zwischenzeitlich im Alltag mehr und mehr über separate Micropayment-Kanäle ausgeführt die es ermöglichen, Buchungen quasi an der Blockchain vorbei vorzunehmen. Stattdessen können zwei Nutzer beliebig viele Transaktionen untereinander vornehmen, ohne dass die Gesamtheit aller Teilnehmer der Blockchain über den Geldfluss informiert wird. Erst der Endbetrag der Transaktion wird im Nachhinein in der Blockchain für alle transparent und manipulationsgeschützt vermerkt. Die Folge ist, dass dergestalt die Kapazitäten der Bitcoin-Blockchain geschont werden. Der Transaktionsfluss wird erhöht und die Folgen sind positiv hinsichtlich der Gebühren und Transaktionszeiten.

Auch sog. “Off-Chain-Lösungen” geraten ins Blickfeld:

Im November wurde ein direkter Umtausch einer Kryptowährung (Bitcoin) in eine andere (Litecoin) durchgeführt (Atomic Swap).

Und aufgepasst:

Diese Art der Transaktion wird auf keiner der beteiligten Blockchains festgehalten.

Im Vergleich zu On-Chain-Lösungen senkt dies Transaktionskosten und -zeit erheblich.

Aufgrund des hohen Bedarfs für derartige Techniken kann eine zeitnahe Skalierungsoptimierung durch den Einsatz zusätzlicher Payment Channels erwartet werden, sodass es zukünftig auch wieder attraktiv wird, kleine Beträge via Bitcoin zu überweisen.

An dieser Stelle rückt nun aber auch

Bitcoin Cash als Alternative zu Bitcoin

für kleinere Transaktionen ins Blickfeld.

Bitcoin Cash kann durch seine geringen Transaktionsgebühren

– oft nur ein Hundertstel von Bitcoin –

stark an Zuspruch und Marktkapitalisierung gewinnen.

Immer mehr Händler und Wallet-Anbieter akzeptieren die Bitcoin-Forkcoin namens Bitcoin Cash.

  • So hat der weltweit größte Bitcoin-Zahlungsanbieter Bitpay bekannt gegeben, auch Bitcoin Cash zu akzeptieren.
  • Ebenfalls bieten viele der großen Wallet-Anbieter inzwischen Wallets für Bitcoin Cash an.

 

  1. Die niedrigeren Transaktionskosten in Verbindung mit den geringeren Skalierungsproblemen könnten dessen stärkere Nutzung bei Bitcoin-Dienstleistern befeuern.
  2. Zudem gibt es in der Community viele Anhänger der alternativen Ansätze von Bitcoin Cash.
  3. Es darf ferner nicht vergessen werden, dass Bitcoin Cash eine oftmals attraktive Mining-Alternative zum Bitcoin darstellt, sodass sich hier zusätzlicher Support seitens der Miner formiert.

Auch ist ein Koexistenz-Szenario denkbar.

Schließlich muss Bitcoin Cash nicht zwangsläufig als Konkurrent betrachtet werden, wenn es zu einer Aufgabenteilung und der Herausbildung von Spezialisierungen bei den verbrüderten Kryptowährungen kommt.

  • So könnte Bitcoin quasi die Rolle als digitales Gold einnehmen und zur Wertaufbewahrung sowie gegebenenfalls zur Bezahlung größerer Beträge dienen.
  • Bitcoin Cash dagegen könnte als diskrete Kryptowährung für den Alltag dienen – und auch, um den schnellen Kaffee unterwegs ganz rasch zu bezahlen.

 

Bei dieser Betrachtung sollte man auch den regulierten Finanzsektor nicht vergessen. Denn Finanzhäuser und Investoren zwingen Bitcoin immer mehr in die Rolle eines Anlagegutes anstatt einer Transaktionswährung.

  • Mit Bitcoin als Basiswert werden Fonds und Terminkontrakte aufgelegt. Wo das “grosse Geld” herrscht, ist staatliche Regulierung kaum zu vermeiden.
  • Die Nutzung des Bitcoin als Restaurant- oder Shoppingwährung rückt dabei logischerweise immer mehr in den Hintergrund.

 

Die primäre und kaum noch zu bewältigende Auslastung der Bitcoin-Blockchain wird nun aber in erster Linie durch genau diese riesigen Investments ausgelöst – nicht durch Kaffeehausbesuche oder sonstige Einkäufe.

Der Regulierungsdruck der Staaten konzentriert sich daher auch auf Bitcoin und kaum dagegen auf Bitcoin Cash.

Ein weiteres starkes Argument zugunsten von Bitcoin Cash!

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