Deutsche Bank: “Schwere Verwerfungen im Finanzsystem”

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Die Deutsche Bank reagiert auf die bevorstehende Ablösung der US-Dollar als Weltleitwährung ab dem kommenden Jahr 2018.

Ökonomen der Deutschen Bank um Jim Reid, den globalen Kreditstrategen der Bank, haben sich mit der heiklen Frage beschäftigt, ob der Welt schon bald wieder eine Finanzkrise bevorstehen könnte.

Zwar benennt die Deutsche Bank noch nicht expressive verbis die 2018 bevorstehende Einführung von gold-konvertierbaren Rohöl-Yuan-Futures. Sie führt nichts aus zu den in goldgedeckten Yuan bewerteten Rohstoff-Verträgen, mittels deren ein System geschaffen wird, das amerikanische Bankensystem zu umgehen.

Aber sie propagiert sehr wohl die Vorzüge einer goldgedeckten Weltleitwährung, ergreift damit indirekt Partei für den Yuan und gegen den US-Dollar.

In einer am 18. September veröffentlichten Analyse mit dem Titel

„Die nächste Finanzkrise“

hat die Deutsche Bank die Krisenanfälligkeit des modernen Finanzsystems analysiert.

Den Analysten der Bank zufolge steht dem System

in den nächsten zwei Jahren wahrscheinlich ein schwerer Schock

bevor.

Die in schneller werdenden Abständen eintretenden Krisen seien die Folge der Abschaffung der Goldbindung des Dollar im Jahr 1971.

Nachdem das System von Bretton Woods einseitig von der damaligen US-Regierung unter Richard Nixon aufgekündigt und das Zeitalter der nicht mehr an Edelmetalle gebundenen Fiat-Währungen eingeläutet wurde, hätten zahlreiche Krisen in schneller Folge das Finanzsystem erschüttert, schreibt DB-Chefstratege Jim Reid.

Er benennt

  1. die beiden Öl-Schocks in den 1970er Jahren,
  2. mehrere Staatsbankrotte aufstrebender Länder in den 1980er Jahren,
  3. das Platzen der Blase am japanischen Aktienmarkt in den 1990er Jahren,
  4. die mexikanische „Tequila-Krise“ im Jahr 1994,
  5. die Finanzkrise in Asien 1997,
  6. den Bankrott Russlands sowie den Crash des US-Hedgefonds Long Term Capital Management im Jahr 1998,
  7. die „Dotcom-Krise“ im Jahr 2000,
  8. die Finanzkrise von 2008
  9. und schliesslich die Euro-Krise seit 2010, die bis heute nicht ausgestanden ist.

Die Hauptursache dieser eskalierenden Entwicklung sei – so DB-Chefstratege Jim Reid – die Aufgabe der Golddeckung der Weltleitwährung Dollar:

„Wir denken, dass die finale Abkehr von den Edelmetall-Währungssystemen – die in den Jahrhunderten zuvor herrschten – und die Implementierung eines Fiat-Geldsystems zu Haushaltsdefiziten, steigenden Schulden, massiver Kreditschöpfung aus dem Nichts, expansiver Geldpolitik, global wachsenden Ungleichgewichten, finanzieller Deregulierung und instabilen Märkten geführt hat“…

Er führt weiter aus:

„Die Aufgabe der Golddeckungen bei verschiedenen Währungen im vergangenen Jahrhundert korreliert auffallend mit unserem Indikator für Krisen und Schocks. Es zeigt sich, dass sich die Anzahl der Schocks erhöht, wenn man sich von Edelmetall-gedeckten Währungssystemen verabschiedet.“

Die Deutsche Bank weist unmissverständlich darauf hin, dass das gegenwärtig herrschende Fiat-Währungssystem es den Staaten erlaube, drohende Krisen hinauszuschieben, indem Geld aus dem Nichts geschaffen und als Kredit an Finanzinstitute und Unternehmen vergeben wird. Nachhaltig sei diese Strategie jedoch nicht:

„In dem drohende Krisen kontinuierlich mit monetären Stimuli bekämpft werden und das reinigende Gewitter nicht zugelassen wird, werden die Probleme in andere Bereich des Finanzsystems verschoben und werden sich auf Dauer in einer noch größeren und unkontrollierbareren Krise entladen.“

Das Weltfinanzsystem ist aus Sicht von Jim Reid in einem Teufelskreis

„von Aufschwüngen, Crashs, massiver Intervention und Erholung“

gefangen. Es gäbe

“im gegenwärtigen System keinen Punkt mehr, in dem die Exzesse aufgrund einer zurückhaltenden Kreditschöpfung eingedämmt werden können. Aus diesem Grund sind wir recht sicher, dass es bald zu einem weiteren Schock kommen wird und dass das auch solange weitergehen wird, bis wir stabilere finanzielle Rahmenbedingungen geschaffen haben.“

Man sollte hellhörig werden, wenn Experten des größten deutschen Geldinstituts mit Sorgen auf die kommende Entwicklung blicken.

Diese stabileren finanziellen Rahmenbedingungen schafft jetzt China.

Die Ablösung des US-Dollar als Weltleitwährung wird zwar einhergehen mit massiven Kurseinbrüchen an den Aktien- und Anleihenmärkten, es wird sich viel Kapital in Rauch auflösen, die Finanzierung von angehäuften Staatsschulden wird vielerorts zusammenbrechen, nicht alle Währungen werden das überleben.

Aber der Zusammenbruch des Dollar-Finanzsystems ist unabwendbar – irgendwann reisst jedes Gummiband.

Die Deutsche Bank wird wissen, wie sie ihre Vermögenswerte zu sichern hat.

Wir wissen auch wie das geht. Bestimmt nicht mit Sätzen von Mama Merkel wie “Wir schaffen das” oder “Das Sparkonto ist sicher”.

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