China eröffnet Steueroasen Bank

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China führt einen heftigen Schlag gegen all jene, die Offshorestrukturen – Offshore Gesellschaften, auch Steueroasen-Gesellschaften genannt, wie Offshore-Banken – bekämpfen.

China selbst steigt ins Offshoregeschäft ein.

Dies geschieht aber nicht auf dem chinesischen Festland, in Hong Kong oder auf Macao. China hat sich eine der bekanntesten und berüchtigsten Jurisdiktionen ausgewählt:

Die Britischen Jungferninseln

War da nicht was? – Richtig! Auf just jenen Britischen Jungferninseln hatte der panamaische Vermögensverwalter Mossack Fonseca (Panama Papers) vor allem seine Steueroasen Gesellschaften registrieren lassen und nur wenige in Panama selbst.

Und was macht China nun auf den Britischen Jungferninseln?

Die Nachrichtenagentur Bloomberg gibt Auskunft.

Die Idee enstand im Jahr 2014 in Hong Kong bei einem Abendessen von Carson Wen (Foto oben) und dem Premierminister der Britischen Jungferninseln Orlando Smith. Schliesslich sind wirtschaftlich Berechtigte von drei Fünfteln aller BVI Gesellschaften Asiaten.

Auf den Britischen Jungferninseln wird eine Bank bald Dienstleistungen für Unternehmen anbieten, die aus dem globalen Finanzsystem ausgeschlossen wurden. Das betrifft Chinesen aber auch Russen. Damit ist das zunächst einmal ein gezielter Schlag gegen die USA und die Sanktionspolitik der Europäischen Union.

Die “Bank of Asia” – so der Name – wird bald ihr Geschäft aufnehmen und ausschließlich Online-Zahlungsabwicklungen für ihre Kunden ausführen, sowie deren Gelder verwalten. Dazu gehört nach Angaben der Bank auch die Vermögensverwaltung, der Handel mit Wertpapieren und Währungen sowie die Finanzierung von Pfändern.

Die „Bank of Asia“ ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Hongkonger “Finanzholding Sancus Financial Holdings” sowie des Pekinger Technologiekonzerns “V1 Group”.

Zunächst einmal liegt der Fokus auf den Ablegern chinesischer und asiatischer Konzerne auf den britischen Jungferninseln.

Aber der Service der Bank steht Kunden aus allen Teilen der Welt offen.

„Wir haben einen eigenen Kundenmarkt bestehend aus all den Offshore-Firmen die Probleme haben, ein Konto bei einer Großbank zu eröffnen – nicht, weil sie selbst daran schuld sind, sondern weil die Großbanken sie nicht mehr als Kunden wollen“,

wird Carson Wen, einer der Gründer der Bank, zitiert.

Wen hofft, rund 200.000 der mehr als 400.000 auf den britischen Jungferninseln registrierten Unternehmen als Kunden gewinnen zu können.
Es waren ja bei weitem nicht alles Gesellschaften des Vermögensverwalters Mossack Fonseca.

Was die “Bank of Asia” überhaupt nicht gebrauchen kann, sind Gelder aus “trüber Quelle”.
Wen betont folgerichtig, dass sich seine Bank mit strikten Sicherheitsanforderungen gegen den Zustrom von Geldern aus illegalem Ursprung schützen werde. Diese sehen vor, dass Kunden unter anderem einen vierstufigen Identifikations- und Sicherheitsprozess durchlaufen müssen, bevor sie ein Konto eröffnen können.

„Wenn diese Bank nur ein falsches Konto für einen falschen Kunden eröffnet, wird dies nicht nur den Ruf der Bank zerstören, sondern auch jenen der britischen Jungferninseln“,

sagt Wen.

Die in den westlichen Hochsteuerländern sitzenden Obrigkeiten warten nur darauf, dass diese Bank plötzlich schmutzige Gelder verwaltet. Gut, dass das nicht geschehen wird.

Auch dem Letzten wird allmählich klar:

Der Kampf gegen die Steueroasen ist zusammengebrochen.

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