Bitcoin jetzt kaufen – ja oder nein?

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Ja, es kann einem schwindlig werden!

Der Kurs des Bitcoins hat sich seit Jahresbeginn 2017 von USD 1.012 auf über USD 15.000 erhöht (bei Verfassung dieses Beitrages lag das zwischenzeitliche Hoch bei über USD 17.000). Allein im Dezember stieg der Kurs des Bitcoin bisher um rund zwei Drittel.

Welchen inneren Wert haben Bitcoins?

  • Mit einem realen Gegenwert sind die Bitcoins nicht unterlegt. Das allerdings ist bei den herrschenden Papiergeldwährungen auch nicht mehr anders, seit den Menschen von der Politik die Golddeckung ihres Geldes gestohlen worden ist.
  • Anders als bei Aktien gibt es keine Maschinen oder Patente, an denen Anleger einen Besitzanteil erwerben. Allerdings sind auch die Aktienkurse zum reinen Spekulationsobjekt geworden durch die Geldschwemme der Zentralbanken. Auch beim Preis von Aktien ist der reale Gegenwert weitgehend zur Utopie verkommen.
  • Anders als bei Anleihen existiert kein Zahlungsversprechen des Schuldners. Aber auch diese Versprechen haben sich in der Vergangenheit als falsch bis betrügerisch erwiesen.

 

Der Kurs des Bitcoins wird allein davon getrieben, dass immer mehr Menschen auf den Zug aufspringen und Bitcoins nachfragen – schneller, als neue Einheiten der virtuellen Währung erzeugt werden können. Wobei man an dieser Stelle zu beachten hat, dass in dem Augenblick, in dem die Menge von 21 Millionen Bitcoin geschaffen worden ist, ohnehin keine neuen mehr geschaffen werden können.

Somit ist die Wertsteigerung des Bitcoin programmiert und gewollt.

Auch wenn die gegenwärtige schwindelerregende Aufwärtsbewegung des Wertes des Bitcoin sich ins Gegenteil verkehrt – was jederzeit und plötzlich passieren kann, sobald zu viele Spekulanten aussteigen und ihre Gewinne mitnehmen – kann man aufgrund der Struktur des Bitcoin davon ausgehen, dass die Höchstwerte wieder zurückgewonnen und übertroffen werden. Sie ist halt gedeckelt, diese Anzahl der Bitcoin, die es maximal geben kann. Die Wertsteigerung ist programmiert, nur nicht in Form einer “Einbahnstrasse”.

Alles ein Blase?

Die Menschen sind erstaunt und verunsichert. Einerseits explodiert der Wert des Bitcoin, andererseits suggeriert das Systemkartell aus Politik, althergebrachtem Finanzsystem und der Presse wider besseres Wissen, dass alles eine Blase sei, die platzen muss und zum Totalverlust führe. Und so fragen sich die Menschen:

  1. Warum werden mal wieder andere reich und nicht ich?
  2. Warum bin ich nicht rechtzeitig eingestiegen?
  3. Ist es jetzt vielleicht sogar noch rechtzeitig?
  4. Wird sich der Kurs des Bitcoins womöglich noch einmal verzehnfachen, bevor die Blase platzt – wenn sie denn wirklich platzt und nicht nur zwischenzeitlich Rücksetzer in Form von Atempausen vorliegen statt einer Blase?

Der Bitcoin ist eine virtuelle Währung, deren Funktionsmechanismen nur ein Bruchteil der in Bitcoin investierten Spekulanten wirklich durchdrungen haben. Es lohnt sich allerdings sehr, diese Mechanismen zu verstehen.

  • 350 Milliarden Dollar waren alle Kryptowährungen zusammengenommen am 05. Dezember 2017 nach Angabe der Website “Coinmarketcap.com” wert.
  • Das Schwergewicht bildet der Bitcoin mit fast 200 Milliarden.
  • Um ihn herum hat sich inzwischen ein ganzes Sammelsurium von virtuellen Währungen angesiedelt – Coinmarketcap führt 1.325 verschiedene Sorten auf.
  • Die wichtigsten nach den Bitcoins sind

 

  1. Ether mit rund 45 Milliarden,
  2. sowie Bictoin Cash, eine Weiterentwicklung der traditionellen Bitcoins, mit etwa 27 Milliarden,
  3. dann folgt XRP mit knapp zehn Milliarden Dollar.

Allein seit 2016 ist die Zahl der Nutzer auf Bitcoin.de, Deutschlands einzigem reguliertem Handelsplatz für Bitcoins, um gut 200.000 auf heute 570.000 Nutzer gestiegen. 128.000 Transaktionen wickelte die Plattform zuletzt im gesamten November 2017 ab. Handelsvolumen: an manchen Tagen mehr als zehn Millionen Euro. Das schafft das Handelssystem der Deutschen Börse zwar in unter einer Stunde. Doch das Wachstum bei Bitcoin.de ist gewaltig. Noch vor zweieinhalb Jahren verzeichnete die Plattform gerade einmal 15.000 Transaktionen im Monat.
Dass viele Deutsche aus guten Gründen der Wahrung der Privatsphäre unregulierte Handelsplätze beim Umtausch bevorzugen, muss bei den Zahlen sogar noch berücksichtigt werden.

Wie auch immer: Das Wachstum ist gewaltig!

Die freiheitliche Idee hinter dem Bitcoin ist in der Tat faszinierend: ein Zahlungssystem, das anders als herkömmliche Währungen keine zentralen Instanzen benötigt – keine Notenbanken, keine Geschäftsbanken und keine Kreditkartenfirmen. Billiger und schneller soll so Geld weltweit fließen können. Eine Welt ohne Einfluss der Regierungen auf den Wert des Geldes.

Das World Wide Web, das eine Demokratisierung des Wissens und einen weltweit problemlosen Austausch von Informationen ermöglicht, gilt als Vorbild.

Auf das Internet der Informationen soll nun das Internet der Werte folgen,

die überall auf dem Erdball gespeichert und von jedem Punkt zu jedem anderen verschickt werden können.
Diese Vision spielt bis heute eine große Rolle in der Szene der Kryptowährungen.

Basis der Bitcoins ist eine Software, die als Blockchain bekannt wurde und zwischenzeitlich weit über den ursprünglichen Zweck hinaus Bedeutung erlangt hat. Es handelt sich um eine dezentrale Buchhaltung. Sie besteht aus einer Kette von Buchungssätzen. Jeder neue Buchungsvorgang wird allen anderen, die sich an das Netz angeschlossen haben, bekanntgemacht. Bitcoin hat mittels der revolutionären Software sichergestellt, dass kein Bitcoin zweimal ausgegeben wird. Der Bitcoin ist folgerichtig fälschungssicher.

Bei einer zentralen Buchhaltung gibt es einen Buchhalter, der mögliche Widersprüche entdecken und klären soll. Bei der Blockchain des Bitcoin wechselt der Buchhalter. Wer sich aktiv an dieser Aufgabe beteiligen will, bekommt vom System eine schwierige mathematische Aufgabe gestellt, die von Computersystemen gelöst werden müssen. Wer immer als Erster diese Aufgabe löst, kann einen Buchungssatz schreiben und an die Kette anhängen. Als Anreiz und Belohnung darf er auch einen neuen Bitcoin produzieren. Deswegen heißt der Prozess „Mining“, analog zum Goldschürfen. Von der Funktion für das System her ist das Mining aber der Prozess, der den zentralen Buchhalter ersetzt. Niemand hat demnach die volle Macht, die “Gewalten sind geteilt”, so schafft man Sicherheit: Betrüger sind daran gehindert, nicht geschaltete Scheinadressen einzurichten, um das System zu knacken.

Es gibt allerdings ein aktuelles Problem:

Das Bitcoin-System ist aufgrund des Zuspruchs inzwischen völlig überlastet. Denn es erlaubt nur bis zu sieben Transaktionen pro Sekunde. Damit ist Bitcoin den herkömmlichen Bezahlsystemen deutlich unterlegen. Die Kreditkartengesellschaft Visa etwa hat nach eigener Aussage eine Kapazität von rund 50.000 Transaktionen pro Sekunde. Seit Monaten laufen Diskussionen, wie das System leistungsfähiger gemacht werden kann. Das hat bereits zu der Abspaltung namens Bitcoin Cash geführt.

  1. Vielleicht wichtig zu beachten: Bitcoin Cash hat das Problem tatsächlich gelöst und kann bei Bedarf auch erneut erweitert werden, um Transaktionen schnell abzuwickeln. Bitcoin Cash könnte damit ein grosser Erfolg werden.
  2. Dann gibt es noch den Bitcoin-Konkurrent Ripple. Dieses System wird vor allem von der Firma Ripple-Lab betreut. Aber das hat mit der Grundidee des Bitcoins gar nichts zu tun, denn es war von Anfang an nur für den Zahlungsverkehr unter Banken gedacht. Es beruht darauf, dass Banken andere Banken angeben, denen sie vertrauen. Dadurch bilden sich automatisch Vertrauensketten, durch die sich Zahlungen ihren Weg suchen. Wer Bitcoin nutzt, will aber mit Banken gerade nichts mehr zu tun haben.
  3. Eigentlich kein Konkurrent für Bitcoins ist das System Ethereum mit Ether, der dazugehörigen Währung. Ethereum funktioniert zunächst ähnlich wie die Bitcoins, hat aber letztlich ein anderes Ziel als Zahlungsabwicklungen unter Umgehung des alten und abgewirtschafteten Finanzsystems.. Es geht weniger darum, per Ether zu bezahlen, als vielmehr darum, auf elektronischer, dezentraler Grundlage ganze Organisationen aufzubauen. Auf Ethereum beruhen daher die meisten sogenannten „Initial Coin Offerings“ (ICOs), die Börsengängen von Firmen ähneln. Dabei geben Unternehmen elektronische Wertpapiere aus, die dem Inhaber Teilhaberechte an der dahinterstehenden Firma garantieren. Ethereum hat bei Unternehmen und deren Beratern einen ganz eigenen Hype erzeugt: Sie hoffen, bislang manuell bearbeitete Vorgänge im Betrieb automatisieren zu können. Ethereum ist zwischenzeitlich zum Spekulationsobjekt geworden. Der Kurs von Ether lag Anfang des Jahres 2017 bei gut € 8,00 und hat inzwischen fast den Wert von € 370 erreicht.

Die aktuelle Lage:

2017 ist das Jahr der Kryptowährungen, und kaum jemand in der Finanzbranche will bei dieser Party abseits stehen. Am 10. Dezember 2017 wird der Handel mit Bitcoin-Futures bei der Chicagoer Börse CBOE starten, am 18. Dezember dann bei der weltgrößten Terminbörse CME, die ebenfalls in Chicago sitzt.

„Wir haben uns schon lange für diesen Bereich interessiert, aber wollten den richtigen Zeitpunkt finden, um ein Produkt einzuführen“,

sagt Tim McCourt, der bei der CME Aktienprodukte verantwortet und für den Bitcoin-Future zuständig ist.

„In den vergangenen Monaten hat die Nachfrage unserer Kunden deutlich zugenommen.“

Die Kunden treiben das aufgescheuchte Finanzsystem vor sich her.

Das Interesse kommt von allen Seiten:

  • Hedgefonds,
  • Investmentfirmen, die auf eigene Rechnung handeln,
  • Vermögensverwalter,
  • private Anleger.

Alle wollen mitfliegen in der Bitcoin-Rakete.

Futures sind sogenannte Derivate, mit denen man auf den künftigen Preis der Kryptowährung wetten kann, ohne sie tatsächlich zu besitzen. Das macht sie attraktiv für viele Investoren, die die unregulierte digitale Währung auf zum Teil instabilen Börsen nicht handeln wollten.

„Dass die Kunden von allen Seiten so ein Produkt nachfragen, war ein wichtiges Zeichen für uns“,

sagt McCourt.

Ob die Einführung von Futures zu mehr oder weniger Volatilität des Bitcoins führt, wird derzeit heftig diskutiert.

„Historisch betrachtet hat die Einführung von Futures auf ein Produkt dazu geführt, dass Preisschwankungen abnehmen. Ob das beim Bitcoin genauso sein wird, muss sich zeigen“,

sagt Timo Schläfer. Der ehemalige Investmentbanker von Goldman Sachs ist Mitgründer der Londoner Börse Crypto Facilities, die auch die Bitcoin-Preise für die CME ermittelt.

Im Hinterkopf sollte man jedoch stets haben, dass Futures von den Big Playern des Finanzsystems gern genutzt werden, um Kurse zu manipulieren. Wir haben das in den vergangenen Jahren bei Gold gesehen, als der Preis in die Höhe schoss und damit im Ergebnis das bankrotte Finanzsystem bedrohte. Derartige Angriffe des Finanzsystems sind auch auf den Bitcoin möglich. Aber ebenso wie Gold das überstanden hat und nunmehr ab 2018 sogar zur Deckung des chinesischen Yuan dient der damit den Petro-Dollar ablösen wird, werden derartige Panikaktionen des überkommenden Finanzsystems den Bitcoin nicht dauerhaft beeinträchtigen können.

Folgerichtig glaubt auch Timo Schläfer an das dauerhafte Potenzial des Bitcoins, nicht zuletzt weil es eben – wie bei Gold – nur eine begrenze Menge gibt. Das System des Bitcoin ist so programmiert, dass es insgesamt nur 21 Millionen Bitcoins geben kann. Über 16 Millionen wurden bereits geschürft, und ein Teil davon wurde versehentlich vernichtet.

Aktueller Fall:
Es reicht nämlich, die eigene Festplatte zu verlieren. Die 7.500 Bitcoins von James Howells landeten versehentlich auf einer Müllhalde seiner Heimatstadt, als der walisische IT-Techniker eine vermeintlich wertlose Festplatte wegwarf. Inzwischen sind sie über 100 Millionen Euro wert, und Howells versucht, die Gemeinde zu überzeugen, die gesamte Mülldeponie umzugraben – auch so kann man demnach Bitcoin schürfen, um es gemein auszudrücken.

Die Aussichten:

„Wir sind noch am Anfang der Entwicklung“,

glaubt Crypto-Facilities-Manager Schläfer.

„Der Bitcoin-Preis kann auf lange Sicht auch auf 100.000 Dollar oder mehr steigen. Wenn Bitcoin erfolgreich bleibt und weite Verbreitung findet, gibt es keinen Grund, der dagegen spricht.“

Zahlreiche Analysten sehen den Bitcoin im Jahr 2018 die Marke von USD 50.000 erreichen.

Diese Hausse will die Wall Street auf keinen Fall verpassen. Denn auch wenn die Aktienmärkte derzeit immer neue Rekorde feiern – die Wachstumsraten des Bitcoins stellen alles in den Schatten.

Weitere, regulierte Produkte könnten folgen. Falls die Futures erfolgreich starten, könnte es in einem nächsten Schritt auch an der Börse notierte Exchange Traded Funds (ETFs) geben, die auf Bitcoin-Futures basieren.

Selbst bei JP Morgan kehrt ein Sinneswandel ein. Der Handel von Bitcoin-Futures an etablierten Börsen

„hat das Potenzial, Kryptowährungen zu einer aufstrebenden Asset-Klasse zu machen“,

schreibt Nikolaos Panigirtzoglou, Analyst der Bank, in einem aktuellen Bericht und widerspricht damit öffentlich seinem obersten Chef Dimon. Der Wert der Kryptowährungen sei freilich abhängig von der Akzeptanz als Wertspeicher und Zahlungsmittel.

„Aber wenn man sie mit anderen Wertspeichern wie Gold vergleicht, haben Kryptowährungen Potenzial, weiterzuwachsen“,

attestiert somit auch dieser angesehene Analyst.

Die Drohung mit Regulierungen

Je erwachsener der Bitcoin wird, desto lauter werden die Rufe nach Regulierung. Die US-Steuerbehörde IRS interessiert sich für die Nutzerdaten der größten Kryptobörse des Landes, Coinbaise, um sicherzustellen, dass die vielen neuen Kryptomillionäre ihre Gewinne auch brav versteuern.

Aufseher in den USA und in Europa denken längst darüber nach, wie die digitalen Währungen reguliert werden können.

Nur macht man alles professionell, ist der Bitcoin eine Steueroase, die man mit keinem automatisierten Informationsaustausch trockenlegen kann.

Und an dieser Stelle bekommen nun auch die Zentralbanken Gänsehaut.

Für die paniknahe Angst der Notenbanken gegenüber Kryptowährungen gibt es Gründe. Schließlich speist sich die Macht der Zentralbanken aus den Kontrollmöglichkeiten über das Geld.
Wie oft wurde diese Kontrollmöglichkeit der Draghi & Co zwischenzeitlich schon missbraucht!

Wenn die Kryptowährungen sich stärker durchsetzen würden, brächte das die Währungshüter in Schwierigkeiten.

„Die Kryptowährungen wären dann zum einen eine Gefahr für die Rolle der Notenbanken als Anbieter von Geld“,

sagt Jürgen Michels, Chefvolkswirt der BayernLB.

„Zum anderen gäbe es keine Steuerungsmöglichkeiten mehr, um mit der Geldpolitik auf wirtschaftliche Schocks zu reagieren.“

Primär geht es aber darum, dass die von den Zentralbanken zu Lasten der Bürger betriebene überbordende Schuldenfinanzierung der westlichen Industrienationen etwa in Form von Nullzinspolitik nicht mehr möglich wäre.

Auch haben bei Kryptowährungen die Notenbanker keinen Einfluss auf die Preisentwicklung mehr. Noch ein Stück Freiheit wird wiedergewonnen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat in den vergangenen Jahren mehr als zwei Billionen Euro in den Markt gepumpt, um eine Spirale sinkender Preise im Euro-Raum zu verhindern.
Die in Bitcoin umgerechneten Preise sind dagegen in diesem Jahr um mehr als 90% gefallen aufgrund des dramatischen Kursplus des Bitcoins. Im virtuellen Bitcoin-Universum herrscht bereits jene – nur für Politiker und Zentralbanken – albtraumhafte Deflation, die die EZB im Euro-Raum unbedingt vermeiden will – zum Nachteil der Konsumenten.

Obwohl Notenbanker den Bitcoin-Boom deshalb sehr kritisch sehen, haben sie kaum direkte Eingriffsmöglichkeiten. Als EZB-Präsident Mario Draghi im September vor dem Europaparlament von einer Abgeordneten gefragt wird, welche Regulierungen er für nötig hält, fällt seine Antwort knapp aus:

„Wir haben darüber nicht diskutiert.“

Die EZB habe keine Möglichkeiten, um ein Verbot oder eine Regulierung von Bitcoin wirklich durchzusetzen, so Europas oberster Notenbanker.

BayernLB-Chefvolkswirt Michels sieht für die EZB zumindest eine eher dürftige Möglichkeiten in ihrer Rolle als Bankenaufsicht.

„Sie kann als Bankenaufsicht den Instituten Vorgaben machen, inwieweit sie mit Bitcoin handeln dürfen und welche Standards sie einhalten müssen“,

sagt er.

Aber Strukturen, die keiner staatlichen Bankenaufsicht unterfallen, haben keine derartigen Vorgaben zu beachten.

Und drücken wir das an dieser Stelle einmal ganz klar aus: Es dient wohl primär der Regulierung, wenn Terminbörsen wie die CME in die Welt des Bitcoin eintreten. Hier liegt der Grund, dass dieses Engagement von den Regulierungsbehörden genehmigt worden ist – da darf man sich nichts vormachen.

Die Börsen sind die trojanischen Pferde der obrigkeitsstaatlichen Überwachungsversuche.

Regulierung/Überwachung funktioniert ganz herausragend, wenn Kontrakte auf Bitcoins verstärkt an den Börsen gehandelt werden wie es sich derzeit in Chicago abzeichnet.

Wenn es mehr Finanzprodukte auf Bitcoin gebe, führe dies automatisch zu einer stärkeren Regulierung, sagt Michels.

„Diese Finanzprodukte unterliegen dann den gültigen Regularien und müssen die Transparenzanforderungen erfüllen.“

Die Staaten versuchen darüberhinaus über Geldwäscheregeln den Handel mit Kryptowährungen einzuschränken oder zu verbieten. Die EU-Kommission hat bereits vorgeschlagen, virtuelle Währungen in den Anwendungsbereich der Geldwäscherichtlinie einzubeziehen – so ähnlich wie die von einer Privatperson nicht deklarierte Vermietung einer Ferienimmobilie auf Mallorca, aus der man auch unter Verletzung jeglicher Regeln der Verhältnismässigkeit ein “Geldwäschedelikt” gemacht hat.

Eine weitere Möglichkeit von staatlicher Repression gegen Bitcoin wäre, bei der Besteuerung von Bitcoin-Geschäften anzusetzen.

„Wenn Rechnungen in Kryptowährung nicht von der Steuer absetzbar sind, haben Firmen keinen Anreiz, sie als Zahlungsmittel zu verwenden“,

sagt Michels.
Aber warum sollten in zuverlässigen Jurisdiktionen residierende Firmen überhaupt Steuererklärungen abgeben, wenn sie nicht einmal etwas von ihrer Steuerlast absetzen könnten?
Wie effektiv solche Regulierungen sind, hängt aber letztlich auch davon ab, wie viele Staaten mitmachen.

Besteuerung, Regulierung, Überwachung.

Es sind genau solche Begriffe, bei denen sich echten Kryptowährungsfans die Nackenhaare aufstellen. Ihnen geht es ums Grundsätzliche. Um das Ende von Hierarchien und Macht durch dezentrale Strukturen. Sie glauben an die Lehren des Ökonomen Friedrich August Hayek (Nobelpreisträger, sog. Österreichische Schule), der einen Wettbewerb privater Währungen statt des staatlich gelenkten und damit manipulierbaren Geldsystems vorgeschlagen hat.

Dieser Denkrichtung fühlen wir uns eng verbunden.

Wir tun alles dafür, auch über Bitcoin die Privatsphäre unserer Kunden wieder zum Durchbruch zu verhelfen.
Unser neuestes Baby ist die Möglichkeit, Bitcoin völlig anonym kaufen zu können. Wir haben da eine neue Struktur entwickelt, die ab einer Grössenordnung von EUR/USD 25.000 herausragend gut funktioniert. Das ist kein – nebenbei: nur reguliert mögliches (!) – Realtime Verfahren, das funktioniert auch nicht 365 Tage im Jahr. Aber es funktioniert von Montag bis Freitag und über verschiedene Zeitzonen dieser Welt hinweg. Einfach das Geld per Sepa oder Swift auf ein dafür vorgesehenes Konto anweisen – und dann verlieren sich ähnlich wie bei Hawala die Spuren zum Bitcoin unseres Kunden.

Wen geht es schliesslich etwas an, was ich mit meinem redlich erarbeiteten und versteuertem Geld mache?

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