Unauffälliges diskretes Offshore

Download PDF

Low-Profile statt Protzgebahren

EINE OFFSHORE EPOCHE IST BEENDET

Um das zu erkennen, bedurfte es keiner “Panama Papers” und dem sich überlebten panamaischem Offshore-Dino Mossack Fonseca, der eine Woche nach Ostern für Schlagzeilen sorgt.

Dank der Steuersünder, die Selbstanzeige erstatteten, sind die Fahnder über das Geschäftsgebaren einzelner deutscher Banken gut informiert. Folgerichtig richtet sich der Blick auf Luxemburg und auf Mossack Fonseca in Panama. Dieser Offshore-Massenproduzent, eine Art Steueroasen McDonalds, war ein bequemer Partner für Banken und diverse Vermögensverwalter, denen sich arglose Kunden anvertrauten.

Aber der Reihe nach:

Luxemburg war für die deutschen Banken das, was die Schweiz für den privaten Steueroptimierer war. Das Land grenzt an Deutschland an, und man brauchte keine Fremdsprachenkenntnisse. Also genau das Richtige für tumbe Bankmenschen, diese Flachpfeifen, die sich so gern als fachkundig präsentieren und dabei so dämlich agieren wie der private Deutsche, der ohne jegliche anonymisierende Struktur sein Geld in die deutschsprachige Schweiz schleppte.

Die dämlichen Franzosen nutzten Genf oder Lausanne, die dämlichen Italiener Lugano. Immer schön im Bereich seiner Muttersprache bleiben und dabei vergessen, dass der ebenso dämliche Steuerfahnder aus Deutschland, Frankreich und Italien auch nur da zurechtkommt, wo man seine Muttersprache nutzt.

Mitte Mai 2015 durchsuchten – folgrichtig – rund 150 Steuerfahnder die Zentrale und die Wohnungen von Mitarbeitern der Commerzbank. Mitarbeiter der Luxemburger Tochter der Commerzbank stehen im Verdacht, in großem Stil Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet zu haben.

Der danach einsetzende und gut zu beobachtende Eiertanz der deutschen Banken ist amüsant:

Man könne

„nicht mit hundertprozentiger Sicherheit ausschließen, dass es in den vergangenen Jahren in Einzelfällen auch Berührungspunkte mit Dienstleistern für Briefkastenfirmen gegeben hat“,

ist über die Deutsche Bank zu hören.

Die DZ Privatbank, eine Tochter der DZ Bank, unterzeichnete 2012, also quasi vorgestern, die sogenannte „ICMA-Charta“, in der sich Banken dazu verpflichteten, keine anonymen Konten zu akzeptieren und „aktiv, systematisch oder bewusst“ Hilfe zur Steuerflucht zu vermeiden.

„Im Rahmen der Weißgeldstrategie haben uns Kunden verlassen, aber auch die DZ Privatbank hat Kundenbeziehungen gekündigt“,

sagt eine Sprecherin.

NordLB:

„Wir haben das gründlich geprüft und sind auf keine derartigen Geschäfte gestoßen“,

sagt ihr Chef Gunter Dunkel. Entweder war der Prüfer blind, oder ihm war untersagt worden, was zu finden. Vielleicht hat man auch den Hausmeister mit der Prüfung beauftragt gehabt.

Die Dekabank betont sogar, ihr Luxemburg-Ableger habe

„zu keinem Zeitpunkt Geschäftsmodelle angeboten oder vermarktet, welche zur Hinterziehung von Ertragsteuern über Offshore-Gesellschaften führten“.

Was die alles wissen. Wer teilt seiner Bank schon hochoffiziell mit, dass er Steuern optimiert?

Die Ermittlungen gegen die Commerzbank haben das einstige Eldorado der Geldhäuser in einen Albtraum für Bankmanager verwandelt.

Recht geschieht es ihnen.

Zu bedauern sind ihre Kunden, die geglaubt haben,

“mein Bankberater wird schon wissen, was für mich richtig ist”.

Was machten diese Bankberater ganz konkret?

  • Oft verschafften sie ihrem Kunden sogar eine Struktur.
  • Oft wählten sie eine Gesellschaft oder Stiftung aus Panamá.
  • Das war zumindest einmal ein guter Ansatz.

 

Der Bänker wandte sich also an die “Mossack Fonseca Group”, die ihren Hauptsitz in Panamá hat. Und es geschah, was in einem derartigen Fall geschehen muss:

  • 80 Gigabyte Datenmaterial an Interna des Unternehmens “Mossack Fonseca Group” aus dem Büro auf den British Virgin Islands liegen den Ermittlern in Deutschland seit vielen Monaten bereits vor.
  • Massack Fonseca hat aus seinem Datendesaster nichts gelernt und liess sich nun auch noch Unmengen an Daten an seinem Hauptsitz in Panama City entwenden.

Panamaische Unternehmen wie Mossack Fonseca stehen natürlich im Focus. Im eigenen Namen unterhält das Unternehmen Büros an 43 Orten rund um den Erdball und betreibt die

Strategie des “Grossen Offshore-Schlachtschiffes”.

Damit ist man für den tumben Durchchnittsbänker natürlich interessant, das ist schlicht gutes Marketing von Mossack Fonseca!

Und da man eines der 43 Büros auf dieser Welt in der Rue des Bains 14a unterhält unter dem Namen “Mossfon (Luxembourg) S.à.r.l.”, hatte es unser halbintelligenter Bänker bei der Schaffung einer Struktur des Luxemburg-Kontos für seinen Kunden recht einfach. Es gibt nette Restaurants, wo man sich in Luxemburg treffen kann, man musste nicht einmal nach Panama fliegen.

Die Bankkunden haben sich alles schlicht zu einfach gemacht.

Wenn man Geld ausserhalb Deutschlands sichern will, darf man nicht allzu träge sein und muss Eigeninitiative entwickeln. Man lässt seinen Bänker nicht seine Struktur schaffen. Den Grundssatz

“teile und herrsche”

kannten schon die alten Römer. Man darf nicht alles einer einzigen Person oder Institution überlassen.

Nur dumme Fische gingen ins Netz der Datenfänger.

OFFSHORE HEUTE

Sprechen wir über uns:

Wir unterhalten keine 43 Büros rund um den Erdball.

Wir haben ein Büro in Panama City, gleich schräg gegenüber vom Registro Público. Dort werden unsere Kapitalgesellschaften und Stiftungen registriert. Die panamaischen Rechtsanwälte, die im Büro für uns arbeiten, essen oft mittags zusammen mit den Bediensteten des Registros, man kennt sich.

Nun sind wir nicht nur panamaische Juristen. Zu dem Büro gehören auch Juristen aus Deutschland und der Schweiz – oder besser: Das Büro ist natürlich nicht von den panamaischen Kollegen begründet worden.

Die Offshorestrukturen werden schliesslich nicht für Menschen aus Panama geschaffen, sondern für Menschen aus Ländern wie eben Deutschland und der Schweiz. Die sich in diesen Ländern ergebenden zu lösenden Fragestellungen sind einem Panamaer kaum verständlich zu machen. Das ist auch nicht nötig. Es ist völlig ausreichend, wenn wir Deutsche und Schweizer das verstehen. Wir erklären unseren panamaischen Kollegen nun nur noch, wie und was konkret mit welcher Zweckbestimmung umzusetzen ist.

Wir sehen gern, wenn unsere Kunden uns in unserem Büro in Panama besuchen kommen.

Wem es wirklich um die Absicherung seiner Vermögenswerte geht, der findet auch die Zeit für einen Direktflug nach Panama-Tocumen.

Würde er statt zu uns zu “Mossack Fonseca” wollen, müsste er dem Taxifahrer nur “Mossack Fonseca” sagen, und der wüsste, wo er hinzufahren hat. Angekommen im richtigen und für ihn zuständigen Stockwerk erfolgte nun das Zusammentreffen mit einer schick gestylten jungen Empfangsdame, die sich erst einmal geschwind um einen Nespresso kümmern würde. Nein, bei “Mossac Fonseca” hängen in der Lobby keine Bilder von Muammar Gaddafi, Robert Mugabe, Bashar al-Assad und Sepp Blatter, alles wäre ganz geschäftsmässig normal. Erst kommt der Nespresso – und dann nähme alles seinen geschäftsmässigen Gang.

Entscheidet sich der Kunde, zur “Internetkanzlei” zu fahren, so muss er dem Taxifahrer schon die genaue Anschrift nennen. Mit dem Wort “Internetkanzlei” kann der “Taxisto” nichts anfangen; und das ist auch gut so. Einmal ausgestiegen aus dem Taxi und in dem Bürogebäude nahe des Registro Públicos im ersten Stockwerk angekommen, wird der Kunde ein Schild mit der Aufschrift “Internetkanzlei” vergeblich suchen. Aber er wird die Nummer des Büros wissen, denn er hat sich ja schliesslich zuvor angemeldet. Die richtige Nummer wird er finden, schliesslich hatte er auch den Ausgang aus dem Flughafen Tocumen gefunden. Es wird ihm auch selbstverständlich geöffnet werden.

Auch bei uns wird er von einem hübschen Mädchen empfangen werden – wenn ich das hier nicht so reinschreibe, bekomme ich im Büro demnächst Ärger.

Es wird aber nicht eine “schick gestylte und mit diversen Lippenstiften bewaffnete junge Empfangsdame” sein, sondern eine unserer Mitarbeiterinnen, vielleicht sogar eine Anwältin. Einen Kaffee treiben wir auch noch auf. Aber dann sitzen wir recht bald entspannt in unserem Besprechungszimmer, lernen uns kennen und nähern uns der zu lösenden Problematik an – völlig stressfrei.

Denn kommt man uns aus Europa besuchen, dann haben wir auch alle Zeit der Welt, uns auf unseren Mandanten mit höchster Vertraulichkeit einzulassen.

Und der Mandant muss nicht befürchten, dass in einem völlig unübersichtlichen riesigem “Offshore-Center” mit unübersichtlich viel herumlaufendem Personal seine Daten am Ende auf einer CD bei seinem Sachbearbeiter im örtlich zuständigem heimischen Finanzamt landen.

Das meinen wir, wenn wir von “Low-Profile statt Protzgebahren” sprechen.

Nein, wir haben keine weiteren Büros in Hong Kong, Dubai, Singapur, Belize oder Brunei.

Aber wir sind vernetzt mit diesen anderen hochinteressanten Offshorejurisdiktionen. Oft stricken wir Strukturen, die aus Elementen vieler Offshore-Jurisdiktionen bestehen. Da brauchen wir natürlich Ansprechpartner dort. An diesen Orten ausserhalb Panamas arbeiten Büros mit  uns zusammen, die ähnlich aufgebaut sind wie wir. Wir arbeiten Hand in Hand, jeder für jeden. Wir alle führen mit übersichtlicher Organisation unsere Arbeit aus und geben Datendieben keine Chance.

Keiner unserer Kunden hat je eine Selbstanzeige machen müssen, und das wird so bleiben!

  • Kleine übersichtliche hocheffiziente eigenständig arbeitende Offshorebüros in diversen interessanten Ländern dieser Welt

 

statt

 

  • einem unübersichtlichen weltumspannendem Offshoremonster mit unkontrollierbaren Datenmengen.

 

Das ist offshore heute.

Kommentare sind geschlossen