Steueroasen: Grossbritanniens Überseegebiete & einsehbare Gesellschaftsregister

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Ab 2021 werden einige sog. Steuerparadiese offener über Besitzverhältnisse informieren.

Die britische Regierung zwingt die 14 Überseegebiete ihres Königreichs, für jedermann einsehbare Gesellschaftsregister aufzubauen, bei denen juristische Personen Angaben über die Eigentümer sichtbar machen müssen.

Transparency International nennt den Beschluss überschwenglich einen

“Riesenschritt vorwärts”.

Das geht tatsächlich hinaus sogar über das deutsche Transparenzregister, das nicht jedermann durchstöbern darf.

In Großbritannien selbst dagegen sind die Angaben traditionell frei verfügbar für jedermann. Und das, jubilierte etwa die “Süddeutsche Zeitung” am 2. Mai 2018, helfe Organisationen wie “Transparency International” oder “Netzwerk Steuergerechtigkeit”, die gegen Steuerhinterziehung kämpfen. Und die SZ jubelte weiter:

“Genauso ein derartiges typisch britisches öffentliches Register müssen nun die Überseegebiete etablieren.”

Was sind denn nun aber ganz konkret diese 14 Überseegebiete Grossbritanniens? Das sind

  1. Cayman Islands
  2. Bermuda
  3. Gibraltar
  4. Britische Jungferninseln
  5. Anguilla (kaum noch offshore genutzt)
  6. Turks- und Caicosinseln (kaum noch offshore genutzt)
  7. Britisches Antarktis-Territorium
  8. Britisches Territorium im Indischen Ozean
  9. Falklandinseln
  10. Montserrat
  11. Pitcairninseln
  12. Souveräne Militärbasen Akrotiri und Dekelia
  13. St. Helena, Ascension und Tristan da Cunha
  14. Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln.

Das war es. Um mehr geht es gar nicht!

Es bleiben demnach nur lächerliche sechs mehr oder weniger bekannte “Steueroasen” übrig, die wir oben in der 14-ziffrigen kompletten Aufstellung als erste aufgelistet haben in der Reihenfolge ihrer Bedeutung als Offshoregebiet.

Umgekehrt:

Welche Steueroasen-Jurisdiktionen sind nicht betroffen, obwohl die Queen das offizielle Staatsoberhaupt ist:

  1. Belize
  2. Nevis (St. Kitts & Nevis)
  3. Bahamas
  4. Barbados
  5. Grenada
  6. Dominica
  7. St. Lucia
  8. Antigua & Barbuda
  9. Jamaika
  10. Papua-Neuguinea
  11. die Salomonen
  12. St. Vincent und die Grenadinen
  13. Tuvalu

(Australien, Kanada und Neuseeland lassen wir bei der Aufzählung natürlich aussen vor)

Und im blossen Commonwealth tummeln sich darüberhinaus nicht betroffene und teilweise hochinteressante Jurisdiktionen wie

  1. Brunei
  2. Fidschi
  3. Kiribati
  4. Mauritius
  5. Nauru
  6. Salomonen
  7. Samoa
  8. Seychellen (hochinteressant!)
  9. Tonga
  10. Vanuato

Wahrlich ein empfindlicher Schlag, den da Grossbritannien seinen Steueroasen versetzt. Die Schafe auf den Falklandinseln (Malvinas) müssen nun Eigentümerregister führen, das Britische Antarktis-Territorium muss eindeutig den wirtschaftlich Berechtigten an den Eisschollen benennen, sofern sie der Verwaltung einer Kapitalgesellschaft unterfallen; wahrscheinlich trainiert man dort nun Pinguine und Eisbären, diese Aufgaben akribisch umzusetzen.

Aber die Briten haben noch anderes im Hinterkopf:

Gestärkt werden die nahegelegene Isle of Man in der Irischen See und die Ärmelkanal-Inseln Jersey und Guernsey. Das sind nämlich

  • keine britischen Überseegebiete,
  • sondern Kronbesitzungen des Königshauses.

 

Dieser Status hat zur Folge, dass zwar in London deren Außen- und Verteidigungspolitik gemacht wird. Gleichwohl hat das britische Parlament nicht das Recht, Gesetze gegen den Willen der Inselregierungen zu erlassen.

Die einzigen wirklich Betroffenen werden einige Steueroptimierer sein, die sich bislang als natürliche Personen haben registrieren lassen als Eigentümer von Kapitalgesellschaften auf den Britischen Jungferninseln (BVI) im Vertrauen darauf, dass das Register nichts über sie verriet.

  • Aber bis Ende 2020 haben diese Personen nun Zeit, ihre Gesellschaften beispielsweise nach Nevis zu verlegen.
  • Oder sie nutzen künftig einen Trust.

 

Weil die Trustnutzung der gehobenen Klientel auf den Cayman Islands, den Bermudas und auf Gibraltar eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist, bleiben diese Personen gelassen. Der wirtschaftlich Berechtigte ist und bleibt der Trust. Nichts anderes steht auch ab 2021 dort im Register.

Dafür sorgt das internationale

“Haager Übereinkommen über das auf Trusts anzuwendende Recht und über ihre Anerkennung”,

abgeschlossen in Den Haag schon am 1. Juli 1985.

Und daran kommen sie alle nicht herum.

Der Trust ist gefestigtes international verbindlich verbrieftes Recht.

Und genau darum arbeiten wir mit akribisch zusammengestellten Trustkonstruktionen, die auch dem Rechtsverständnis im deutschsprachigen Raum sich erschliessen und sichern damit dauerhaft Anonymität und Freiheit:

Egal ob bei

  • der privatrechtlichen Stiftung aus Panama,
  • Kapitalgesellschaften aus Nevis,
  • Kapitalgesellschaften aus Belize,
  • Kapitalgesellschaften auf den Seychellen,

 

… oder auch bei Kapitalgesellschaften von den betroffenen British Virgin Islands (BVI).

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