Spitzenbänker gesucht, die kein Banking können

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Bei der UBS gelten neue – aber sehr bezeichnende – Befähigungskriterien für die Geschäftsleitung. Die traditionellen Fähigkeiten eines Bänkers sind künftig nicht mehr entscheidend. Stattdessen brauche es junge und neuartige Führungstalente.

Das jedenfalls äussert der heute 53-jährige Lukas Gähwiler – Verwaltungsratspräsidenten der Schweizer Einheit bei der Grossbank UBS.

“Ich glaube auch, dass ein nächster CEO 20 bis 25 Jahre jünger sein muss als meine Generation”,

sagte Gähwiler bei einer Podiumsdiskussion Mitte Juni.

“Das wird viel Mut brauchen”,

sagte er über die Vorstellung, so stark vom bisherigen Muster bei der Ernennung von Geschäftsleitungsmitgliedern abzuweichen.

“Was muss ein Marktverantwortlicher der UBS Schweiz mit 20.000 Leuten künftig für eine Person sein?”,

fragte Gähwiler rhetorisch.

“Ein Banker muss nicht mehr Banker sein im klassischen Sinn, dass er das Geschäft absolut kennt.”

Stattdessen sollte jemand, der in seine Fussstapfen als Chef im Heimmarkt der Grossbank tritt, eher ein Dirigent sein als ein Solist.

In entwaffnender Deutlichkeit führte Gähwiler aus, es sei nicht nötig, ein bestimmtes Instrument – einen Bereich des Bankgeschäfts – am besten zu beherrschen. Wir danken Herrn Gähwiler für diese klaren Worte

Die Bankenführungen verabschieden sich vom qualifizierten Bänker. Gefragt sind jetzt Charaktermasken und Entertainer, ein Böhmermann beispielsweise hat mit seiner Art von Qualifikation sicherlich die Chance, Führungskraft bei einer internationalen Grossbank zu werden. Aber halt, dafür ist er auch schon wieder zu alt, Jürgen Klopp kommt deshalb leider auch nicht in Betracht für die Funktion einer Spitzenbänkers.

Kommen wir zum Kern:

Das klassische Banking gibt es nicht mehr.

Banken werden geleitet von ihren Compliance Apparatschiks, die Multiple-Choice Listen abarbeiten und dabei auf oft falsch programmierte Logarithmen zurückgreifen.
Diese Wesen werden ergänzt von hübsch geschminkten und trainierten Püppchen mit dem Ziel, den Bankkunden abzuwimmeln wenn er eine Sachfrage hat und auf einen Fragebogen der Webseite zu verweisen. Um sich dann zirzend zu verabschieden mit dem Satz:

“Ich freue mich darauf, Ihnen bei Bedarf wieder behilflich zu sein.”

Diese intelligenzfernen Arbeitsameisen müssen bei Laune gehalten werden. Da braucht es den jugendlichen Einpeitscher vom Typ des Sportwettenvermarkters für das innerbetriebliche Klima, Spass muss sein.

Fragt sich nur:

  • Braucht man diese Banken noch?
  • Sie schaffen sich selbst ab!

 

Handy-Banking setzt sich ohnehin durch. Wo ist noch der Vorteil einer Bank für den Kunden gegenüber FinTechs?

Bei der im entstehen begriffenen Kryptowährung Libra stellt man sich auch nicht schlechter, Libra führt die breite Masse der Bevölkerung an Kryptowährungen heran, die Erkenntnis wird sich durchsetzen, dass man Banken wirklich nicht mehr braucht. Das erkannte auch Bundesbank-Präsident Jens Weidmann. Er sagte am 21. Juni auf einer Fachkonferenz in Eltville am Rhein laut Redetext mit Bezug zum Libra, es drohten für die Finanzbranche durch solche Cyberdevisen Gefahren.

„Sie könnten das Einlagengeschäft der Banken und ihre Geschäftsmodelle untergraben.“

Libra wird kommen. Er wird reguliert werden von den Zentralbanken dieser Welt. Das werden die Macher des Libra hinnehmen. Wichtig ist, dass sich die Menschen über Libra am Gebrauch von Kryptowährungen gewöhnen, ob reguliert oder nicht.

Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz sagte, sollten die Menschen das neue Geld nutzen, habe dies womöglich

„weitreichende Implikationen“

für die Finanzstabilität.

Und weiter auf die Frage, wie die Menschen in fünf Jahren in Deutschland wohl bezahlen würden, sagte Balz:

„Als Schaltzentrale verschiedenster digitaler Dienste wird sich das Smartphone vermutlich auch beim Bezahlen durchsetzen.“

Voraussetzung sei, dass es sicher, unkompliziert und einfach zu nutzen sei.

Libra und die 27 Partner in diesem Projekt haben, was viele der anderen Kryptowährungen nicht haben: eine zwei Milliarden schwere Community. Auch wird Libra eine neue auf Open Source basierende Blockchain benützen und somit die Transaktionskosten auf fast null herunterbringen. Es gilt noch regulatorische Fragen zu klären, aber im Retail-Zahlungsverkehr und im Bereich von Micropayment könnte das durchaus eine kleine Revolution werden.

Ist die Gewöhnung bei der breiten Masse erreicht, dann ist sie auch reif für Bitcoin. Wer die Libra-Schule durchlaufen haben wird, ist hinreichend geschult für die Nutzung von Bitcoin.

  • Wir sind mitten drin im Systemwandel.
  • Bitte nicht verschlafen, mitmachen!

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