Smart Money Index – Alarm

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Börsianer sind alarmiert.

Verschiedene Indizes lassen Alarmglocken erklingen.

Fangen wir an mit dem aktuellen Smart Money Index. Offiziell trägt der Index den Namen

Bloomberg Smart Money Index

Noch im Januar 2018 stand der Smart Money Index bei 20.757 Punkten; das war ein Höchststand. Zwischenzeitlich aber steht das “Barometer der klugen Anleger” nur noch bei etwas über 12.800 Zählern. Seit dem Jahr 1932 wird dieser Index erstellt – und seither gab es einen derartigen Absturz noch nie. Die “starken Hände” haben folgerichtig sich zurückgezogen, wir befinden uns im Stadium, in dem nur Milchmädchen und Taxifahrer noch an Gewinne in den Finanzmärkten glauben.

Das normale Bild:

Der Smart Money Index misst die Positionierung unterschiedlicher Investorengruppen im Laufe eines Börsentags an der Wall Street. Die einen werden von Analysten despektierlich

  • „das dumme Geld“

 

genannt, die anderen

 

  • „das kluge Geld“.

 

Das dumme Geld stellen in erster Linie Kleinanleger (Milchmädchen und Taxifahrer) dar, die gleich zu Beginn der Handelszeiten unter dem Einfluss aufsteigender Hitze lostraden. Das kluge Geld (smart money) nutzt die Emotionalität dieser minderbemittelten Anleger, um in deren Emotionalität hinein zu verkaufen, zu überhöhten Kursen natürlich.

Der Index erfasst nicht nur die Handelsaktivitäten nach Börsenöffnung, sondern auch die der letzten halben Stunde vor Marktschluss.
Dann kaufen die Cleveren üblicherweise wieder Papiere zu niedrigeren Kursen zurück.

Dieses normale Muster ist nun durchbrochen.

„In normalen Zeiten funktioniert diese Strategie sehr gut, aber jetzt ist etwas anders.”

Das sagt Albert Edwards, Stratege bei der Société Générale, der den Chart als Indiz erster Klasse dafür anführt, dass etwas mächtig faul ist am Aktienmarkt.
Nach Überzeugung von Edwards zieht sich das „kluge Geld“ längst von der Börse zurück, kauft vor Börsenschluss gar nicht mehr zurück wie sonst, sondern ist froh, die Werte losgeschlagen zu haben zu einem vernünftigen Kurs. Nur die Milchmädchen und Taxifahrer hoffen noch auf eine Erholung oder sogar auf neue Kursgewinne.

„Der Smart Money Index bildet ein Intraday-Kursmuster ab, ausgehend von der langfristigen Beobachtung, dass Privatanleger primär zum Handelsbeginn, Profis eher zum Ende des Handelstages aktiv werden“,

erklärt auch Jens Klatt, Geschäftsführer von “Jens Klatt Trading” in Berlin. Historisch sei der Index ein recht guter Indikator für den weiteren Kursverlauf.

Nicht nur der Smart Money Index ist im Alarmmodus. Der

Sotheby’s-Indikator

zeigt ebenfalls “Baisse” an.

Sotheby’s ist zusammen mit Christie’s das wichtigste Auktionshaus der Welt, aber halt börsennotiert. Das erlaubt es Beobachtern aus dem Kurs der Aktie mit der Bezeichnung “BID” Rückschlüsse auf den Zustand des Kunstmarktes zu ziehen. Dort ist das große Geld aktiv, am Markt für Gemälde und Skulpturen. Milchmädchen und Taxifahrer sieht man dort eher selten.

Beim grossen Geld – zumeist Inhaber weltweit tätiger Unternehmen – wird gewusst, dass sich die Auftragslage längst verschlechtert hat. Die Informationen, die sie vorsichtig hat werden lassen, haben sie oft Monate, bevor sie sich in den offiziellen Konjunkturstatistiken niederschlagen. Milchmädchen und Taxifahrer haben diese Hintergrundinformationen natürlich nicht.

Der Sotheby’s-Indikator verheißt demnach ebenfalls nur Schlimmes. Nachdem die Aktie des Auktionshauses Anfang des Jahres noch bei rund USD 60,00 notierte, ging es bergab. Zuletzt wurde BID nur noch für etwas über USD 40,00 gehandelt, ein Minus von rund einem Drittel.

Vor der letzten Finanzkrise 2008/2009 ging es mit dem Sotheby’s-Titel bereits deutlich bergab, als die restliche Börsenwelt noch tanzte. Mit der Pleite von Lehman Brothers erst war allen klar, dass die Lage ernst war.
Auch Ende der Achtzigerjahre hatte BID das Platzen der japanischen Börsenblase angekündigt. Davor hatten die Japaner wie verrückt Bilder ersteigert, innerhalb kürzester Zeit hatten sich die Preise der Kunstwerke vervielfacht. Dann Stillstand und es machte “Peng”.

Der weltgrößte Vermögensverwalter

“Blackrock”

hatte im Januar 2018 an der Börse ein historisches Hoch markiert. Die Firma arbeitet mit einem Anlagevolumen von USD 6,4 Billionen, so viel wie kein anderes Unternehmen auf der Welt. Wenn es bei Blackrock nicht läuft, könnte das auf tiefer liegende Probleme im gesamten Finanzsystem hindeuten. Und mit dem Kurs geht es seit Januar bergab – nicht unerheblich.

Die Finanzmärkte steuern augenscheinlich auf turbulente Zeiten zu.

Auch der

“Baltic-Dry-Index”,

der die Frachtraten abbildet, schlägt Alarm. Denn wenn die Preise für das Verschiffen auf den Weltmeeren fallen, dann deutet das auf eine fallende globale Wirtschaftsaktivität hin.


Richtig ist, dass massive Überkapazitäten bei Handelsschiffen die Aussagekraft dieses Index beeinträchtigen.
Aber gleichwohl: Tendenz abwärts!

Es bahnt sich nichts gutes an. Wir können nur eindringlich empfehlen, schleunigst Vermögen zu sichern.

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