McKinsey sieht Ende des Bankensystems

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McKinsey stellt eine tiefe Bewertung der Banken fest, welches das

fehlende Vertrauen der Investoren in die Zukunft des Banking

widerspiegelt. Die Anleger, so McKinsey, fragten sich, ob es den Instituten gelingt, aus ihrem

“blutleeren Trend”

auszubrechen und das traditionelle Geschäft neu zu erfinden. Ebenso spielt die Furcht vor der Disruption – vor den anhaltenden Störungen des althergebrachten Bankings also – hinein, welche die Experten von McKinsey schliesslich selbst teilen.

Schon Ende 2017 kamMcKinsey in einer anderen Studie zum Schluss:

“Wenn sich die Kunden in grosser Menge weg von den Banken und hin zu digitalen Anbietern wie Amazon bewegen, erodiert die Eigenkapitalrendite der Geldhäuser bis 2025 von durchschnittlich 9 auf rund 5 Prozent.”

Und dann falle der Vorhang über dem Sektor.

Worauf fussen diese Feststellungen?

In der neuesten Ausgabe der weltumspannenden Studie

“Global Banking Annual Review”

kommen die “Mackies” – wie sie auch scherzhaftgenannt werden – zum Schluss, dass die Erträge der 1.000 grössten international tätigen Institute

  • während der Finanzkrise kollabiert

 

sind und nach einer kurzen Erholung

  • seit 2013 stagnieren.

Als “blutleer” bezeichnet der vorliegende Report den Trend bei den Einkünften.

In den letzten fünf Jahren seien die Erträge der Branche im Schnitt jährlich nur noch unzureichende 2% gewachsen – das ist weniger als die Hälfte der von McKinsey errechneten historischen Rate fürs Banking von 5%. Die Bankenbranche “verhungert” demnach quasi.
Die Grossbanken haben in all diesen Jahren schmerzhafte Anstrengungen unternommen, um ihr Geschäftsmodell an die Anforderungen der Nachkrisen-Zeit anzupassen. Diesen Anforderungen – masslos gesteigert noch durch staatlich aufgezwungene Spionagearbeit zum Nachteil der Kunden zugunsten der Finanzämter (die das nicht einmal vergüten) – ist das Bankensystem schlicht nicht mehr gewachsen. Da stirbt ein Dino.

Das zum Überleben notwendige Wachstum, das für die Sicherung nachhaltiger Erträge nun einmal unabdingbar ist, stellt sich nicht mehr ein.

Der Geschäftsgang der Institute befinde sich im “Leerlauf”, konstatieren die Experten.

Und das hat aus Investorensicht einschneidende Folgen.

  1. Mit einer Eigenkapital-Rendite zwischen 8% und 9% in den letzten fünf Jahren hätten sich die Grossbanken auch nur noch im Mittelfeld der diversen Branchen entwickelt.
  2. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) der Bankaktien sei aber das schlechteste aller Sektoren, und sogar noch tiefer als jenes etwa von den bemitleidenswerten Versorgern.

Da sieht man ihn wieder, wie einleitend festgehalten:

Den Vorhang, der über das Bankensystem fällt.

Eigenkapitalrendite der Geldhäuser im Jahr 2025 nur noch 5% – das ist der Schiffbruch.

Die Ratten verlassen aber bekanntlich stets früher das Schiff.

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