Immobilie auf Mallorca & Informationsaustausch

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Die Credit Suisse (CS) hatte am 30. März 2017 in ihren Räumlichkeiten in London, Paris und Amsterdam noch einmal überraschend unerwünschten Besuch bekommen. Es kam zu Durchsuchungen wegen des Verdachts auf Steuerbetrug und Geldwäscherei von niederländischen CS-Kunden in den Räumlichkeiten der Bank, Unterlagen wurden mitgenommen. Im Verlauf dieser koordinierten Aktion kam es auch in Deutschland zu Durchsuchungen.
Im April 2016 hatte das Bundesland Nordrhein-Westfalen den übrigen 27 EU-Staaten Daten zu Schweizer Bankkonten zur Verfügung gestellt. Diese stammten von elf Steuer-CDs. Das Bundesland hatte diese gestohlenen Daten seit 2010 aufgekauft. Ob die Aktion vom 30. März mit diesen CDs was zu tun hat, ist nicht bekannt. Das ist aber auch gleichgültig. Die Zeit der CDs ist vorbei, man hat jetzt den – kostenlosen – autromatisierten Informationsaustausch und ist nicht mehr auf widerrechtlich erworbene Hehlerware angewiesen.

“Steuer-CD waren gestern”,

meint zwischenzeitlich auch finnews.ch. Und weiter:

“Dank dem Automatischen Informations-Austausch erhalten die deutschen Steuerfahnder nächstes Jahr ganz neue Mittel, um Schwarzgeld auf die Spur zu kommen.”

Big Bang auf den Balearen

Wie Deutschland zählt Spanien zu den 50 “Early Adopter” im automatischen Austausch (AIA) von Bankkunden-Daten auf OECD Grundlage.

Schon ab dem 30. September 2017 wird in Spanien daher ein riesiges Datenpaket geschnürt, das den deutschen Steuerbehörden eine detailliertes Bild über die Vermögen ihrer Auslandsbürger dort vermitteln soll.

Vom AIA erfasst werden nicht nur ausländische Kontoinhaber, sondern auch die

beherrschenden Personen

von Vermögensverwaltungsstrukturen wie Trusts, Stiftungen, Sitzgesellschaften. Wer seiner Bank in Spanien die Information insoweit hatte geben müssen, bekommt nun Probleme. Denn diesbezüglich hoffen die Finanzämter Deutschlands auf fette Beute in Mallorca.

Hafen für Steueroptimierer

Auf “Malle” haben sich so viele Deutsche niedergelassen, dass die Balearen-Insel scherzhaft als 17. Bundesland bezeichnet wird. Das Eiland bietet nicht nur Sonne und Meer, sondern auch diverse Häfen für Steueroptimierer. Als besonders beliebt gilt die spanische Rechtsform der Sociedad Limitada (S.L.), wie das deutsche Branchen-Portal “Private Banking Magazin” berichtete.

Es ist bekannt, dass derzeit noch unentdeckt Hunderte mallorquinische Immobilien über S.L. verwaltet und durch die Gesellschafter unentgeltlich genutzt werden – gleiches gilt auch für Yachten.

Das wird künftig brandgefährlich.

Bereits im Jahr 2013 hatte der Bundesfinanzhof die unentgeltliche Nutzung von im Eigentum von spanischen S.L. stehenden Objekten durch die deutschen Gesellschafter oder deren Angehörige als

verdeckte Gewinnausschüttung

gewertet.

Nun hat das höchste deutsche Steuergericht die Rechtslage nochmals entscheidend verschärft.

Gefängnis statt Finca

Schon bisher war eine rückwirkende Besteuerung der Immobilien- oder Yachtnutzung an die Gesellschafter vorzunehmen, wenn der Gesellschafter die Immobilie unentgeltlich oder zu einer unangemessenen Miete genutzt hat.

Inzwischen greifen die Behörden bei Hinterziehung rigoros durch. Im Hinblick auf die in Gesellschafts-Mäntel “verpackten” Immobilien und Yachten in Mallorca sind die Folgen besonders dramatisch.

Der Bundesgerichtshof für Steuerstrafsachen sieht bereits in der Verkürzung eines Betrags von über Euro 50.000 einen “besonders schweren Fall der Steuerhinterziehung” – der mit mindestens sechs Monaten Freiheitsstrafe bestraft wird.

Euro 50.000,00 sind bei der Vermietung der Immobile oder Yacht auf Mallorca schnell erreicht, zieht sich das über längere Zeit hin, etwa drei Jahre, so wird “Gewerblichkeit” unterstellt. Damit haben wir dann sogar den Geldwäschetatbestand erfüllt.

Wird alles nicht über ein Bankkonto in Spanien abgewickelt, sondern über eines in der Schweiz, so hat man 1 Jahr gewonnen, denn die Schweiz tauscht die Daten erst 2018 aus.

In beiden Fällen gilt:

  1. Konto und Geschäftsbeziehung bei der Bank ganz schnell beenden.
  2. Die Struktur der spanischen Rechtsform der Sociedad Limitada (S.L.) auf keinen Fall weiter verwenden.

Man kann das Banking auch über Puerto Rico tätigen. Da werden keine Informationen ausgetauscht.

Unsere Strukturen geben keinen wirtschaftlich Berechtigten Preis.

Wir helfen gern – auch schnell.

Jeder Einzelfall ist unterschiedlich zu handhaben. Wir sind Juristen, für die es Alltagsarbeit ist, die jeweiligen Besonderheiten herauszuarbeiten, um dann eine gezielte Lösung anzubieten.

Jetzt nicht wie das Kaninchen auf die Schlange starren, wer Angst hat, hat schon verloren. In Spanien packt man bekanntlich

DEN STIER AN DEN HÖRNERN.

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