Donald Trump und die Abkehr vom Dollar

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Die Welt, wie wir sie kennen, zerbröselt.

Das System, wie es sich nach dem 2. Weltkieg entwickelt hat, schafft sich gerade selbst ab.

Die “Financial Times” schreibt nach dem Vertragsbruch der USA unter Donald Trump zum Iran-Abkommen:

„Europäische Beamte prüfen Möglichkeiten, die Geschäftsbeziehungen mit dem Iran zu sichern und eine Alternative zur US-Dollar-Finanzierung von Deals zu bieten. Sie könnten die Europäische Investitionsbank oder bilaterale staatliche Kreditlinien mit Teheran anzapfen, wie sie die italienische Regierung eingerichtet hat. Sie prüfen auch Möglichkeiten einer Gesetzgebung, die die Wirkung von US-Sanktionen blockieren würden, eine aggressivere Reaktion.“

Der französische Finanzminister Bruno Le Maire sagte in Radio France Culture, der Rückzug der USA

„wird erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten verursachen, aber über diese wirtschaftlichen Probleme hinaus stellt sich die prinzipielle Frage von extraterritorialen Sanktionen.“

Die amerikanische “Bei-Fuss-Rhetorik” verstärkt die Wut der Europäer:

Die USA kehrten multilateralen Beziehungen und freundschaftlicher Kooperation mit einer Grausamkeit den Rücken,

„die uns überrascht“,

kritisierte EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker.

Es sei

„nicht akzeptabel“,

dass sich die USA

„als Wirtschaftspolizei des Planeten“

aufführten, sagte Frankreichs Wirtschaftsminister Bruno Le Maire. Die französische Regierung werde

„alles zum Schutz der Interessen“

ihrer Unternehmen im Iran tun, sagte ein Berater des französischen Präsidenten Macron.

Wie sich aus der Berichterstattung der “Financial Times” ergibt, erwäge die EU tatsächlich erstmals, sich von der Weltwährung des US-Dollar zu lösen, um europäischen Unternehmen den gefahrlosen Handel mit dem Iran zu ermöglichen. Denn kein Manager dürfte es unter den althergebrachten Bedingungen wagen, mit dem Iran Geschäfte in Dollar abzuwickeln, weil dies automatisch die US-Strafverfolgungsbehörden auf den Plan riefe. Sobald ein Geschäft in Dollar abgewickelt wird, masst sich das FBI an, weltweit tätig werden zu können und leitet Razzien, Kontensperrungen und strafrechtliche Maßnahmen ein. Staaten der Europäischen Union haben sich bislang als willfährige Untertanen der USA präsentiert. Innerstaatliches Recht blieb ausser Kraft und liess die durch nichts gedeckte Rechtsanmassung der USA sklavisch über sich ergehen.

Natürlich liegt der Fall anders, wenn Siemens zu spüren bekommt, wegen Geschäften mit Iran innerhalb der USA zu Millionen-Strafen verdonnert zu werden. Auch französische und Schweizer Banken haben mit der vollen Härte der US-Behörden Bekanntschaft gemacht. Aber auf dem Boden der USA. Wer sich in den Sumpf begibt, macht sich manchmal nicht nur schmutzig, er kann im Sumpf auch umkommen. Das muss jeder einkalkulieren, der sich in den Sumpf der USA begibt.

Das Problem bislang ist allerding, dass der Sumpf der USA die gesamte Welt getroffen hat in Form des US-Dollars als Weltleitwährung. Das war halt so – bisher. Aber die Herrschaft des US-Dollar bröckelt zwischenzeitlich, China hat praktisch ein Ersatzsystem so gut wie einsatzbereit. Man muss sich demnach nicht mehr zwingend die Willkür der USA gefallen lassen und es hinnehmen, dass der Dollar als Waffe gegen eigene Interessen eingesetzt wird.

Eine Person hat das am 9. Mai ganz klar formuliert.

Und wer?

  • Nein nicht Angela Merkel und auch nicht ihre Flitzpiepe im Aussenministerium.
  • Eher schon der oben zitierte französische Finanzminister Bruno Le Maire.
  • Es war Wladimir Putin, nämlich vor der Staatsduma in Moskau, als er erklärte, es ginge um:

 

“das Prinzip der ökonomischen Souveränität…Wir waren früher naiv gewesen. Aber jetzt ist klar, dass Regeln der WTO überall verletzt und Einschränkungen aus politischen Erwägungen heraus eingeführt werden, die man Sanktionen nennt. Dabei werden immer neue Sanktionen beschlossen, um sich selbst Konkurrenzvorteile zu verschaffen… Russland sollte diese Bürde loswerden, weil das Dollar-Monopol unzuverlässig und gefährlich ist.“

Russland und China wickeln schon lange ihren gegenseitigen Öl-Handel nicht mehr in Dollar ab.

Mohammad Reza Pourebrahimi, der Vorsitzende der Wirtschaftskommission des iranischen Parlaments, erklärte, dass eine nationale iranische Kryptowährung

“wirtschaftliche Geschäfte erleichtern und Sanktionen umgehen kann.”

Unter Berufung darauf, dass

“die Zukunft der Weltwirtschaft auf digitalen Währungen basieren wird”,

wurde Pourebrahimi insoweit deutlich, als dass die nationale Kryptowährung

“den Weg für multilaterale Währungsabkommen zwischen dem Iran und Ländern ebnen kann, die sich für eine wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Iran interessieren, die sie aber aufgrund der Sanktionen bisher nicht verwirklichen konnten”.

Und weiter:

“Die Struktur der iranischen Kryptowährung sollte für die Wirtschaftstätigkeit geeignet und gleichzeitig auf internationaler Ebene akzeptabel sein.”

Pourebrahimi glaubt, dass einer der Vorteile von Krypto-Währungen

“das Fehlen des amerikanischen Regulators”

ist, womit Sanktionen umgangen werden können.

Pourebrahimis Erklärung deckt sich mit der Erklärung von Irans Minister für Informations- und Kommunikationstechnologie aus der ersten Maiwoche, dass

“alle Kryptowährungen den Vorteil bieten, Sanktionen zu umgehen, weil sie nicht unter der Aufsicht der US-Finanzaufsicht stehen”.

Der Iran folgt wohl bald Venezuela, Russland ist auch startbereit, die Chinesen können, wann immer sie wollen.

Venezuelas Petro kann man mit Bitcoins kaufen. Dem Iran stünde diese Tür auch offen.

Wird Bitcoin zum Transmissionsriemen nationaler digitaler Währungen zwecks Umgehung des US-Dollars?

Wir sehen:

Die Welt ist im Fluss – keiner weiss wirklich, wohin.

In einer derartigen weltpolitischen Lage kann es nur noch darum gehen, sein Vermögen zu sichern, und zwar an möglichst vielen Orten der Welt und in unterschiedlichen Anlageformen. Auf keinen Fall darf man alles auf nur eine einzige Karte setzen – auf keinen Fall auf das Sparbuch bei der Sparkasse um die Ecke.

Denn auch dem Euro droht neue Gefahr, nämlich von der sich nun konkret anbahnenden Koalition der tatsächlichen Wahlsieger in Italien, der “Lega” im Verbund mit den “5 Sternen”. Die sind sich in der Skepsis gegen Europäische Union und Euro einig.

Fällt Italien aus dem System raus, sind Anlagen in der Währung Euro bestimmt nicht mehr besonders sicher.

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