Das Eingeständnis der Bundesbank

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Bundesbank gibt zu: Geldschöpfung erfolgt allein durch Geschäftsbanken

“Banken sind Finanzintermediäre, die Geld von Sparern als Kredite an Investoren vermitteln.”

Zentralbankpublikationen führen das immer wieder aus. So steht es auch in der Mehrzahl der Lehrbücher.

Wie funktioniert das mit dem Geld der Sparer und der Kreditgewährung wirklich?

Nehmen wir der Einfachheit halber an, der Sparer zahlt eine Einlage ein von Euro 100.000. Unterstellen wir dann einmal die EU-Eigenkapitalquote von 8%.

Die Bank arbeitet nun mit den verbleibenden 92%. Vielleicht gewährt sie daraus einen mehr oder minder sicheren Kredit über die verbleibenden 92%, also in unserem Fall Euro 92.000. Vielleicht aber investiert sie selbst hochspekulativ mit dem Grossteil der Spareinlage.

So war das schliesslich schon häufig gelaufen:

Schauen wir beispielsweise auf die Zeit bis zum Ausbruch der Großen Finanzkrise 2007, dem jüngsten Beispiel. In den USA und Teilen Europas hatten die Banken ihre Vergabe von Immobilienkrediten mit immer höheren Raten gesteigert. Das hatte immer mehr Geld in Umlauf gebracht und gleichzeitig die Immobilienpreise in die Höhe getrieben, was die weitere Kreditvergabe erleichterte. Gleichzeitig kurbelte es die Wirtschaft an, was die Immobilienpreise und die Kreditvergabe noch weiter antrieb. Als die Immobilienpreise exorbitante Höhen erklommen hatten und nicht mehr genug neue Kreditnehmer aufzutreiben waren, um dieses hohe Niveau noch zu steigern oder wenigstens zu halten, ging das Ganze in den Rückwärtsgang. Die Preise brachen ein, die Konsumenten waren überschuldet, die Banken waren pleite und mussten vom Steuerzahler gerettet werden. In Europa hat sich daraus eine hartnäckige und weiterbestehende bedrohliche Staatsschuldenkrise entwickelt.

Als Treuhänder der Kundeneinlagen haben sich Banken disqualifiziert – sollte man meinen. Aber noch immer vertrauen die Menschen diesen Instituten, die im Prinzip mit einer hohen kriminellen Energie mit dem Geld ihrer Sparer Russisch Roulette spielen.

Kommen wir noch einmal auf die Eingangsbehauptung zurück:

“Banken sind Finanzintermediäre, die Geld von Sparern als Kredite an Investoren vermitteln.”

Das stimmt so nicht einmal. Die Lehrbücher sagen nicht die Wahrheit. Und das behaupten nicht nur wir.

Dass das nicht stimmt, hat niemand anderes als die “Bank of England” schon 2014 klar gemacht. Nun folgte im Monatsbericht vom April 2017 auch die Deutsche Bundesbank.

In dem Monatsbericht unterscheidet die Bundesbank ganz gezielt zwischen

  • “Zentralbankgeld”

 

und der

  • “breiten Geldmenge”.

 

Weil das zwei Paar verschiedene Schuhe sind, will die Bundesbank mit dieser Klarstellung der verbreiteten Furcht entgegentreten, dass durch die Ausweitung der Zentralbankgeldmenge durch die Anleihenkäufe der EZB die breite Geldmenge vergrössert werde und dadurch Inflation entstehe.
Es wurde zwar in den letzten Jahren viel mehr Zentralbankgeld geschaffen, aber das zählt nicht zur Geldmenge, weil es nicht in der Wirtschaft zirkuliert – jedenfall noch nicht.

Die “breite Geldmenge” besteht aus Bargeld und dem Buchgeld der normalen Banken.

Die Bundesbank kommt nicht umhin, in diesem Sachzusammenhang zuzugestehen, dass die Banken

“Buchgeld schaffen, wenn sie Kredit geben, oder wenn sie etwas kaufen. Sie schreiben dann der Kreditnehmerin oder dem Verkäufer neues, vorher nicht existierendes Geld auf dem Girokonto gut.”

Die Bundesbank klärt also nun das von ihr bisher gern gesehene Missverständnis auf, dass Banken Zentralbankgeld und/oder Einlagen bräuchten, um Kredite zu vergeben, und dass nur die Zentralbank Geld aus dem Nichts schafft.

Das ist schlicht falsch, wie endlich auch die deutsche Bundesbank eingesteht.

Die Menschen müssen die – zugegeben skandalöse – Tatsache zur Kenntnis nehmen, dass die Geschäftsbanken das Geld, das sie gegen Zins verleihen, sich gar nicht erst besorgen müssen, sondern einfach aus dem Nichts produzieren.

Die Bundesbank zieht die Notbremse, um nicht ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel zu setzen und sagt nun schlussendlich die Wahrheit. Warum das plötzlich?

Die Absicht dabei liegt offen zu Tage:

Es soll der Geldschöpfung durch die Banken der Ruch des geheim gehaltenen Skandalons genommen werden und die Geldschöpfung durch die einfachen Geschäftsbanken als etwas vermeintlich völlig Selbstverständliches erklären. Diesem Versuch dient das grundsätzliche Eingeständnis der Bundesbank in ihrem Monatsbericht.

Die Geldschöpfungsmöglichkeit der Geschäftsbanken sieht die Bundesbank aber durchaus auch als eine wesentliche Ursache für schädliche Kreditzyklen oder sogenannte „Boom-Bust-Zyklen“ wie in der oben angesprochenen Finanzkrise von 2007. Die Banken gingen pleite und mussten vom Steuerzahler gerettet werden.

Und dann enthalten die Ausführung der Bundesbank aus dem Monatsbericht eine Feststellung, die man sich auf der Zunge zergehen lassen muss:

“Solange die Liquiditätsrisiken der einzelnen Einleger, die bei der Bank Sichteinlagen halten, nicht perfekt korrelieren, erlaubt dies den Banken, die Ressourcen (und Risiken) zu bündeln, sodass sie im Ergebnis nur einen vergleichsweise geringen Anteil an liquiden Mitteln als Reserve vorhalten müssen und den Großteil der Finanzierungsmittel in illiquide, dafür aber höher verzinsliche Vermögenstitel investieren können.”

Klartext: Die Banken versprechen jederzeitige sofortige Rückzahlbarkeit ihrer Kurzfristschulden gegenüber den Einlegern (in Bargeld) und verlassen sich darauf, dass immer nur wenige davon Gebrauch machen. Wenn das viele tun, bricht das System aber zusammen, daher die Furcht vor einem “Bankenrun”.

Das gibt an anderer Stelle dann die Bundesbank sogar auch noch zu:

“Allerdings (steht dem) das Risiko eines Liquiditätsproblems gegenüber, falls Banken zurückgeforderte Einlagen nicht zurückzahlen können: Wenn mehr Einleger als erwartet ihre Sichtguthaben abziehen – nicht, weil sie unerwartet Liquidität benötigen, sondern weil sie erwarten, dass andere Einleger ihre Guthaben abziehen und sie daher einen Zusammenbruch der Bank befürchten –, kann diese Form der Koordinierung zwischen den Konsumenten zu einem „Run“ auf Banken führen.”

 

Was nicht da ist, ist halt nicht da.

  1. Fühlen Sie sich noch immer wohl dabei, Ihr gesamtes Vermögen bei der heimischen Bank oder Sparkasse zu halten?
  2. Können Sie wirklich ruhig schlafen bei der Vorstellung, das nach Schliessung der Banken an irgendeinem Wochenende der Euro zerbricht oder umgewandelt wird, jedenfalls an Wert verliert, und Sie keine Möglichkeit haben, auch während des Wochenendes noch in Realtime Ihre Euro auf ein Konto in einer nicht betroffenen Währung bankintern zu verlagern, vielleicht auch ganz schnell auf ein Goldkonto?

Verlassen Sie Ihren weitgehend rechtlosen Opfer-Status bei der heimischen Bank, schalten Sie um auf Sicherheit!

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