Coronavirus & Systemkrise

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Die Coronavirus Pandemie hat das Potenzial, schwere wirtschaftliche Verwerfungen auszulösen.

  • Erstens werden die Auswirkungen der Coronavirus Pandemie auf die Weltwirtschaft angesichts der zwischenzeitlich erlangten Grösse und Bedeutung der chinesischen Wirtschaft wahrscheinlich bedeutender sein als bei früheren Epidemien (einschliesslich SARS).
  • Zweitens: Je grösser die Störungen in China sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie sich auf das Ausland ausbreiten.
  • Drittens ist angesichts der Tatsache, dass wir uns seit mehr als zehn Jahren in einem globalen Aufschwung befinden, das Potenzial für das Virus, eine bedeutende Marktkorrektur auszulösen, jetzt viel grösser ist als während früherer Epidemien.

 

Soviel lässt sich heute sagen. Beim derzeitigen Stand der Dinge ist alles andere nur Spekulation.

Das Finanzsystem reagiert absurd auf die Coronavirus Pandemie

Hätte zu Anfang des Jahres 2020 jemand die Prognose abgegeben, dass die chinesische Volkswirtschaft vier Wochen später praktisch stillsteht, hätten wohl alle den Kopf geschüttelt. Hätte er dann auch noch behauptet, dass dieser Stillstand an den internationalen Börsen mit einem gewaltigen Aufschwung und neuen Höchstständen quittiert würde, hätte man ihn für verrückt erklärt.

Aber das alles ist nun geschehen.

China, das Land mit

  • 16% des Bruttoweltproduktes,
  • 25% des Welthandels,
  • 33% des globalen jährlichen Wirtschaftswachstums,

 

erlebt wegen der Coronavirus Pandemie einen historischen Stillstand und die Aktienkurse in aller Welt kannten trotzdem nur eine Richtung – nach oben!

Weiteres extremes Beispiel für absurde Vorgänge im Finanzsystem liefert Südkorea:

Als der Autohersteller Hyundai am 4. Februar ankündigte, seine heimische Produktion wegen Zulieferproblemen aus China ab 7. Februar einzustellen, legte der Hyundai-Kurs am koreanischen Aktienindex Kospi um 2,13% zu.

Sind da alle verrückt geworden?

Nein, da steckt System dahinter! Die gegenwärtige Situation sollte endlich allen Beobachtern die Augen öffnen, wie es um das weltweite Finanzsystem bestellt ist.

Der gegenwärtige Aufwärtstrend an den Börsen ist das Resultat der länderübergreifenden Manipulation des globalen Finanzsystems durch die Zentralbanken.

Taktgeber ist diesmal natürlich bei der gegebenen Sachlage die chinesische Zentralbank.

Da sie nach der einwöchigen Schließung der Aktienmärkte wegen des chinesischen Neujahrsfestes am 31. Januar mit Recht größere Einbrüche befürchtete, ließen die Verantwortlichen die Eröffnung der Börsen auf den 3. Februar verschieben. Ausserdem verfügten sie ein Verbot von Leerverkäufen (Wetten auf fallende Kurse), verdonnerten staatliche Investoren dazu, massenweise Aktien aufzukaufen und fluteten den Markt mit einer Liquiditätsspritze von 1,2 Billionen Yuan (174 Milliarden Dollar). Am 4. Februar legten sie nach und pumpten weitere 400 Milliarden Yuan (57 Milliarden Dollar) ins System.

Die US-Zentralbank (FED), die seit September 2019 etwa USD 500 Milliarden über den Repo-Markt ins System eingespeist hat, folgte dem chinesischen Beispiel und stellte US-Investoren nach Angaben des „Wall Street Journal“ am 31. Januar zusätzlich USD 46 Milliarden und am 3. Februar weitere USD 76.9 Milliarden zur Verfügung.

Diese Zahlen umreißen nur den Teil der Manipulation, von dem die Öffentlichkeit erfährt. Man kann mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass zurzeit noch weitere Kräfte am Werk sind, um die Finanzmärkte zu stützen. Dazu zählen

  1. die 1988 unter dem damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan gegründete “President’s Working Group on Financial Markets”,
  2. wie auch “Plunge Protection Team” (zu deutsch: “Gruppe zum Schutz vor Börsenabstürzen”),
  3. und “Exchange Stabilization Fund” (ESF, zu deutsch: Börsenstabilisierungsfonds).

Alle diese Institutionen haben bereits in der Vergangenheit geholfen, die Märkte unter anderem durch Einlösung von US-Staatsanleihen zu stützen, die auf diesem verschleierten Weg nicht in der Bilanz des FED auftauchen.

Niemand kann momentan voraussagen, wie sich die Lage in China weiter entwickeln wird. Doch der Schaden ist auf jeden Fall für die Weltwirtschaft bedrohlich:

21 chinesische Provinzen werden alle wirtschaftlichen Aktivitäten bis zum 10. Februar und angesichts der noch immer zunehmenden Infektionen mit dem Coronavirus sehr wahrscheinlich auch darüber hinaus aussetzen.

Betroffen sind

  • 80% der Unternehmen, die für Chinas BIP sorgen,
  • 90% der für den Export arbeitenden Betriebe.

 

Und nicht zu vergessen:

  • China ist mit 20% an den weltweiten Lieferketten beteiligt,
  • in Japan, Südkorea, Vietnam und Kambodscha sogar mit 40%.

 

Die Folgen sind bereits deutlich zu spüren und werden in den kommenden Tagen immer stärkere Auswirkungen zur Folge haben.

Der Ölpreis wird wegen der nachlassenden Nachfrage mit Sicherheit noch weiter absinken.
Die sowieso in großen Schwierigkeiten steckende Fracking-Industrie in den USA, die auf einen hohen Ölpreis angewiesen ist, wird noch tiefer in die roten Zahlen rutschen. Es wird weitere Bankrotte geben.

Die absurde Entwicklung an den Finanzmärkten zeigt nicht zuletzt das Beispiel Tesla:

Am selben Tag, an dem das Unternehmen zusammen mit Ford und Apple seine Produktion in China einstellte, eilte die Aktie wie von Geisterhand getrieben von einem Rekordhoch zum nächsten.

Wie lange kann das gutgehen?

Nun, niemand kann die Zentralbanken daran hindern, noch mehr frisches Geld in die Märkte zu pumpen, um die Aktienkurse auf diese Weise noch weiter in die Höhe zu treiben, um die tiefe Krise zu verschleiern. Damit aber setzen sie den Trend der Entwertung des Geldes fort, untergraben das Vertrauen in das globale Finanzgefüge und riskieren, dass es irgendwann zu einer plötzlich einsetzenden Flucht in Sachwerte kommt.

Das ist auch der Grund, weshalb der Goldpreis parallel zur Anheizung der Finanzmärkte von den Großbanken manipuliert und nach Kräften gedrückt wird.

Die Zentralbanken haben eine Entwicklung eingeleitet, die nicht mehr zu stoppen ist und die sie auf Grund ihrer inneren Logik zwingt, ihre Geldschwemme in Zukunft sogar noch auszuweiten.

Der Realwirtschaft kommt das jedoch gar nicht zugute, da die Summen auch künftig hauptsächlich in die Spekulation fließen. Da es sich bei der Realwirtschaft aber um den Bereich handelt, in dem die große Masse der Menschen arbeitet und ihr Geld verdient, wird es brenzlig werden: Kommt es hier – wie aktuell denkbar ist – zu größeren Einbrüchen, werden die Verluste schnell auf die Belegschaften abgewälzt, was Massenentlassungen und damit Lohnausfälle nach sich zieht (siehe in der ersten Februarwoche als anschauliches Beispiel Hongkongs Fluglinie „Cathay Pacific“, die alle 27.000 Mitarbeiter aufforderte, angesichts der aktuellen Probleme für drei Wochen unbezahlten Urlaub zu nehmen.)

Zunehmende Entlassungen führen dazu, dass der Konsum nachlässt, der Absatz wegen schwindender Nachfrage sinkt, die Realwirtschaft also noch stärker ins Stocken gerät.

Natürlich diskutiert man derzeit wieder verstärkt das Helikoptergeld. Aber alle wissen: Auch das führt zu keiner Sanierung des kaputten Systems.

Kommt es daher eventuell zum Szenario eines sogenannten „Flash-Crashs“?

Sollten Großbanken und Hedgefonds ihre Aktien nach heimlicher Absprache alle gleichzeitig auf den Markt werfen, würden sie damit einen gewaltigen Preissturz herbeiführen und könnten die Aktien anschließend zu Spottpreisen wieder aufkaufen. Den Preis für diese

künstlich herbeigeführte „Bereinigung“ der Märkte

würden Millionen von Kleinanlegern zahlen, die von dieser Entwicklung kalt erwischt würden.

Was uns nun in Zeiten des Coronavirus schlussendlich bevorsteht, kann niemand wirklich sagen.

Aber:

So wie es momentan läuft, kann und wird es nicht endlos weitergehen. Mit dem durch den Coronavirus bedingten Stillstand in China ist eine Zeitbombe ins Spiel gekommen, die sowohl die Risiken als auch die Gefahren im globalen Finanzsystem gewaltig erhöht und die das Potenzial besitzt, es nach dem 11-jährigen und damit längsten Aufwärtstrend seiner Geschichte nicht nur zu erschüttern, sondern existenziell zu gefährden.

Am 11. Februar sandte uns unser ständiger Partner aus Hong Kong – von dort aus international arbeitender deutscher Volljurist – einen kurzen aber hochinteressanten bis brisanten Sachstandsbericht aus Hong Kong.

“Die Lage in China ist eine Black Box, denn niemand kennt die

  • tatsächliche Faktenlage,
  • Fallzahlen,
  • Auswirkungen.

 

{Unser Kollege überliess uns insoweit den Link zu der “Taiwan News”, den wir gern veröffentlichen HIER . In Abweichung zu den offiziellen chinesischen Zahlen scheint alles deutlich dramatischer zu sein, was Festland China anbetrifft (nicht Hong Kong) – Wir empfehlen den Link zur Lektüre!}.

Für Hong Kong allein kann ich sagen: 99.99% sinnlose Panik.

Wir hatten zwei Leute von Wuhan, die das Virus eingeschleppt und insgesamt – zum Teil in Kette – 34 andere angesteckt haben, zuletzt beim Familiendinner. Es gab einen einzigen Todesfall, die restlichen Fälle sind mild und in Behandlung, einige schon genesen.

Mal in Relation gesetzt:

  • Hong Kong hat 7.4 Millionen Einwohner.
  • 250 Leute sterben jeden Tag an Altersschwaeche, Krebs, Herzinfarkt, Hirnschlag, anderen Krankheiten und Unfällen.

 

Die Chance durch den Virus zu sterben ist klein, dennoch tragen alle Masken statt Bauhelm.

Das wirtschaftliche Leben leidet.

  • Sportplätze, Unis, Schulen und Kitas sind zu.
  • Nur wenige Leute gehen essen.
  • Für Flüge nach Hong Kong besteht kein Bedarf.

 

Ich selbst war letzte Woche mit insgesamt nur noch 40 Passagieren an Bord in einer grossen Boeing auf dem Weg nach Hong Kong zurück.

  • Hotel- und Entertainment-Sektor sind tot.
  • Grosse Veranstaltungen sind alle abgesagt.
  • USD 400,00 Zimmer gibt es für nur noch USD 40,00, selbst Suiten, so gross wie ein Tennisplatz.

 

Aber es kommen eh nirgendwohin noch Gäste, ausser vielleicht, dass Lokale mit der Geliebten besucht werden.

Der Immobilienmarkt bleibt komischerweise in illusorischen Höhen. Aber gleichwohl die wenigsten Transaktionen seit Jahren.

Wie lange können Geschäfte Mieten zahlen ohne normale Einnahmen? Grosse Markenläden fragen nach Mietnachlässen, doch den Vermietern drückt jeweils die Hypothek, Antwort also nein. – Und dann machen die Läden zu.

Mein Fazit:

Entweder in einem Monat ist der Spuk vorbei, oder es gibt eine ganz scharfe Abbruchkante.”

Der Coronavirus könnte sich tatsächlich als der berühmte “Schwarze Schwan” entpuppen, auf den man nicht vorbereitet war. Wir sollten uns besser nicht darauf verlassen, dass das nur die alte lahme Ente auf dem Dorfteich ist.

“Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.”

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