China jetzt Weltmacht

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Die meisten Menschen haben noch gar nicht begriffen, was wirklich am 30. November 2015 passiert ist.

An diesem Tag hat der Internationale Währungsfonds (IWF) offiziell bekanntgegeben, dass der chinesische Yuan in der Währungskorb der Sonderziehungsrechte integriert wird als neue Reservewährung.

Drücken wir es einfach aus: China ist Weltmacht geworden.

China wurde aufgenommen in den Eliteclub der führenden Währungen. Seit Jahrzehnten hatten wir es mit einem “Viererclub” zu tun, bestehend aus dem Dollar (USA), dem Euro (Euro-Mitgliedsländer), dem Yen (Japan) und dem Britischen Pfund (Grossbritannien). Die Euro-Aufnahme ist nicht als vergleichbares Ereignis zu werten, weil der Euro nur die D-Mark und den Französischen Franc (Deutschland und Frankreich) ersetzte.

Den Korb der Sonderziehungsrechte (SZR – auf englisch “Special Drawing Rights”, SDR) nutzt niemand im Alltag als Währung. Für die meisten Menschen sind die SZR daher zu abstrakt, um in ihrer Bedeutung verstanden zu werden. Kredite des IWF werden aber stets vergeben in SZR. Diese Kredite variieren im Wert daher gemäss dem Kurs der dem Korb angehörenden Währungen in Relation zur prozentualen Gewichtung im Korb.

Die von der Aufnahme in den Korb der SZR ausgehende symbolische Bedeutung kann gar nicht überschätzt werden. Es ist gewaltiges passiert.

Wir haben es mit einer gewaltigen Herausforderung für den Dollar als Weltleitwährung zu tun.
Einer der weltweit mächtigsten Organisationen hat damit endlich Chinas Status in der Finanzwelt anerkannt. Es ist ein eindeutiges Vertrauensvotum für den Erfolg der einschneidenden chinesischen Reformen, die allgemein halbhirnig als „Wachstumsschwäche“ und Gefahr für die Weltwirtschaft in der Presse kommentiert werden. Die Aufnahme in den Eliteclub ist ein wichtiger Schritt hin zur beherrschenden Position von Chinas Währung.

Wer etwas über seinen Schatten hinausdenkt muss konstatieren:

  1. China ist die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft.
  2. Gleichwohl besitzt kein privater Anleger chinesische Aktien.
  3. Gleichwohl besitzt kein privater Anleger den Yuan.

Das kann nicht normal sein. Folgerichtig wird es nicht so bleiben. Und da niemand der Letzte sein will, der handelt, stehen wir jetzt unmittelbar vor einem Run auf die chinesische Währung und seinem Aktienmarkt.

Kurzfristig könnte eine Billion Dollar in chinesische Staatsanleihem fliessen. Und noch einmal die selbe Summe könnte in chinesische Aktien investiert werden. Erdrutsch nennt man derartiges.

Billionen Dollar werden in chinesische Anlagen fliessen, prognostizierten „Standard Chartered Plc“ wie auch „AXA Investment Managers“ unmittelbar vor der IWF-Entscheidung im November.

“Wichtig ist das Gütesiegel des IWF, welches den Yuan als Reservewährung internationalisiert”,

kommentierte Aidan Yao, Senior Emerging-Markets-Ökonom bei AXA Investment anlässlich einer Pressekonferenz in Hong Kong bereits im Frühsommer 2015:

“Es könnte eine Umverteilung der weltweiten Reserve-Portfolios auslösen.”

Standard Chartered Analysten sagten, dass die IWF Entscheidung

“wahrscheinlich sofort signifikante Auswirkungen auf den Markt hätte hinsichtlich eines starken Anstieges der globalen Diversifikation in Vermögenswerte in den Renminbi (anderes Wort für Chinas Währung).”

Wir stehen unmittelbar vor dem größten vorstellbarem Transfer von internationalen Geldern in chinesische Vermögenswerte; so was hat die Welt noch nicht erlebt angesichts der Unmengen an zirkulierendem Geld.

Unmengen an Dollar werden in den kommenden Jahren in Chinas Währung fliessen. Das geschieht aus einer Vielzahl von Quellen,

  • als Reservewährung der Zentralbanken,
  • als eine Möglichkeit für die Anleger, außerhalb des US-Dollar zu diversifizieren,
  • als Spekulation,
  • als Tauschmittel im Welthandel,
  • etc.

 

Die Ära des chinesischen Yuan hat begonnen.

Es gilt, in die Zukunft zu investieren. Und das heisst hinsichtlich der Vermögensverwaltung raus aus dem Dollar und hinein in den Yuan.

Schritt für Schritt – aber konsequent.

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