Bundesbank erwägt Zwangsanleihen

Download PDF

Wir sagen der Bundesbank ausdrücklich Dank!

Sie erklärte nämlich peinlich genau, was auf die Bürger zukommt, wenn das bestehende Finanzsystem oder auch nur der Euro allein zusammenbricht und insbesondere die überschuldeten Staaten auch formal in Richtung Pleite abgleiten.

Sie macht das aktuell fest in Form von Ratschlägen an Italien, die im Bedarfsfalle exakt so auch in Deutschland oder Österreich anwendbar wären.

Die Bundesbank schlägt der Regierung in Rom die

Einführung einer Zwangsanleihe

vor, mit der reiche Italiener direkt für die Schulden ihres Staates haften.

„Die italienische Bevölkerung wäre verpflichtet, die Solidaritätsanleihen zu erwerben, und zwar beispielsweise in Abhängigkeit vom Nettovermögen der Haushalte“,

schreibt der Leiter der Abteilung Öffentliche Finanzen bei der deutschen Notenbank, Karsten Wendorff, in einem Gastbeitrag der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom 1. Dezember 2018.

Bei einem „Solidaritätssatz“ von 20% und einem Freibetrag von nur Euro 50.000 könne fast die Hälfte der italienischen Staatsschulden in Solidaritätsanleihen umgewandelt werden. Letztendlich würde so ein

nationales Problem durch nationale Solidarität gelöst.

Italien ist nach Griechenland das am höchsten verschuldete Euro-Land mit einem Schuldenberg von mehr als 130% des Bruttoinlandsprodukts.

Die italienische Staatsschuld sei zwar hoch, dieser stehe aber ein hohes privates Vermögen gegenüber, schreibt Wendorff zu seinem Vorschlag.

„Sofern Italien die Schulden wie versprochen bedient und diese eine angemessene Rendite abwerfen, würden die italienischen Haushalte nicht belastet.“

Was für ein Zynismus!

Zudem würden auf diese Weise potenzielle Risiken aus einem Zahlungsausfall des Staates

vom Bankensystem auf reiche Haushalte

übertragen.

Dass dieser Vorschlag hochaktuell und nicht allein an Italien gerichtet ist wird deutlich wenn man zur Kenntnis nimmt, dass Frankreichs Finanzminister höchstpersönlich die Euro-Zone für nicht krisensicher hält.

„Ist die Euro-Zone ausreichend gerüstet, um eine neue Wirtschafts- oder Finanzkrise zu bewältigen? Meine Antwort ist nein“,

sagte er in der letzten Oktoberwoche im Rahmen der Diskussionen über eine durch Italiens Haltung ausgelöste neue Krise.

Das alles sind mehr als entfernte Rauchzeichen.

Schreiben Sie einen Kommentar