Banken-Pleiten durch Ölpreis-Zusammenbruch

Von der Ölpreiskrise zu Bankenpleiten
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Der Ölpreis ist zusammengebrochen. Das Petrodollar-System steht vor dem Aus. Nun drohen Pleiten von grossen Banken.

UBS Analysten schlagen Alarm.

Banken-Pleiten durch die Krise wegen des Zusammenbruchs des Öl-Preises werden zu einer realen Gefährdung des internationalen Finanzsystems. Vielen Bänkern steht der Angstschweiss auf der Stirn.

Die grössten Banken der Welt sind im Gegenwert von USD 300 Milliarden durch gefährdete Krediten bedroht. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am 26. März.

Dabei handelt es sich um Kredite an Firmen im Energie- und Mining-Sektor.

Erfasst werden an dieser Stelle nur jene Tranchen, die auf Euro lauten und nicht auf Dollar oder andere Währungen.

Wir sehen also hier nur einen Teil des brisanten Gefährdungspotentials.

Der Einbruch der Öl- und Gaspreise hat die Einnahmen der Förderer versiegen lassen.

Es besteht die Gefahr, dass diese Firmen ihre Kredite nicht mehr bedienen können, sollten sich diese nicht bald erholen. Der Schaden für die Banken wäre enorm. Und selbst wenn sich die Rohstoffpreise wieder fangen, erwarten die Analysten der UBS

“signifikante Kreditausfälle”.

Einen Vorgeschmack lieferte kürzlich die britische Standard Chartered Bank. Hauptsächlich wegen gestiegener Rücklagen für faule Kredite im Rohstoffsektor musste die Grossbank einen Jahresverlust von USD 2,2 Milliarden vermelden.

Auch die UBS und die Credit Suisse halten Kredite an Energie-Unternehmen in Milliardenhöhe in ihren Bilanzen. Laut den Geschäftsberichten sind es bei der UBS 6,1 Milliarden Dollar und bei der Credit Suisse gar 9,1 Milliarden Dollar.

Besserung ist nicht in Sicht. Laut Experten droht ein Rückgang beim Ölpreis auf USD 20 oder tiefer.

J.P. Morgan, Citigroup oder Wells Fargo haben bereits Vorkehrungen gegen einen potenziellen Öl-Crash getroffen und Rückstellungen in Milliardenhöhe gebildet. Laut der US-Ratingagentur Standard & Poor’s sind

50% der Kredite im Energiesektor gefährdet.

US-Grossbanken stecken noch tiefer in gefährdeten Krediten als ihre europäischen Rivalen. Laut Schätzungen der UBS-Analysten beträgt der

Umfang eine Billion Dollar.

Laut Goldman Sachs seien im Energiesektor etwa USD 1,5 Billionen an Krediten ausstehend.

Darüberhinaus wiederholen wir an dieser Stelle unsere Warnung, wie wir sie erstmals schon am 18. April 2015 hier auf dieser Seite und dieser Kategorie „Ölpreiskrise“ niedergeschrieben hatten:

“Außerdem:

  • Es gibt extrem viele Finanzderivate, die vom Öl abhängen, und die häufig mit dem Faktor 10 gehebelt sind!
  • Es gibt verläßliche Schätzungen, daß das Finanzvolumen der Ölderivate sich auf ungefähr 700 Billionen Dollar beläuft. Das entspricht dem Zehnfachen der globalen Wirtschaftsleistung!
  • Die Aktienkurse der großen Ölkonzerne werden einbrechen und damit weltweit die Aktienindices nach unten ziehen.
  • Die Banken werden nicht mehr wissen, wer noch solvent ist, und wem man weiterhin Geld leihen kann. Damit bricht die Kreditversorgung der Wirtschaft durch die Banken zusammen wie in den Jahren 2008-2009.

Dringt das ins öffentliche Bewusstsein, können die Zentralbanken so viel Geld wie sie wollen in den Markt pumpen, das Vertrauen ins Dollar-Finanzsystem wäre fundamental und dauerhaft erschüttert mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen.”

Auf dem Weg in dieses Stadium befinden wir uns gerade.

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