Bank in der Hosentasche

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  • Markiert Bitcoin den Beginn der Revolution des Geldsystems?
  • Wird Bitcoin den Dollar als führende Weltwährung ablösen?

 

Wer weiss das heute?

Alles ist getragen von einer extremen Polarisierung zweier Lager.

  • Wird Bitcoin die Welt verändern
  • oder als grösster Finanzbetrug aller Zeiten kläglich untergehen?

 

Oder anders ausgedrückt:

  • Wird der Wert der digitalen Währung auf Null fallen
  • oder auf USD 1 Million steigen?

 

Die Vielfalt der Möglichkeiten und Szenarien ist weit offen.

Genau das macht Bitcoin so anziehend und spannend.

Die Prognosen eines anhaltenden Wertanstiegs von Bitcoin sind nicht als Hirngespinste abzutun.

Der Boom um die Kryptowährung hat zu einem erheblichen Wachstum der Nutzer des Bitcoin-Netzwerkes geführt, was wiederum die weitere Verbreitung fördert.

Peer-to-Peer-Netzwerke und -Bezahlsysteme sind im Vormarsch.

Mit einer weiteren Durchdringung der Smartphone-Nutzung wird die

“Bank in der Hosentasche”

zu einer globalen Realität mit Bitcoin als möglicher Transaktionswährung.

Insbesondere Geldtransfers ins Ausland könnten durch Bitcoin ersetzt werden. Politische Unsicherheiten und vor allem das Misstrauen gegenüber Geldpolitik und Zentralbanken werden dem Bitcoin weiterhin eine grosse Hilfe sein.

Die aktuellen Probleme des Bitcoin sind

  1. relativ hohe Transaktionskosten,
  2. tiefe Transaktionsgeschwindigkeit.

 

Trotzdem macht Bitcoin die etablierte und regulierte Finanzwelt extrem nervös, was sich in einem Tenor der Ablehnung äussert, der bisweilen geradezu abstrus irrational daherkommt. Da wird Panik deutlich, und diese Panik ist nachvollziehbar.

Bitcoin ist im Ergebnis ein Resultat eines tiefen Misstrauens der Menschen gegenüber dem etablierten Finanz- und Bankensystem.

Sein Erschaffer Satoshi Nakamoto wollte eine dezentrale Währung, mit der die zentral gesteuerte Geldpolitik und die Banken als Intermediäre umgangen werden können. Und das gelingt. Die Aufsichtsbehörden stehen recht machtlos da. Ihnen sind die Hände gebunden, weil die sogenannten “digitalen Währungen“ nicht ihrem Kompetenzbereich unterliegen. Auch die Börsenaufsichten haben nichts zu sagen, da es sich nicht um Aktien handelt. Das liegt daran, dass es schließlich die Grundidee der Kryptowährungen war, ausserhalb des existierenden Finanzsystems zu spielen:

“Bei Euch machen wir nicht mit. Wir haben uns unsere eigene Liga geschaffen!”

Gibt es für das althergebrachte Finanzsystem ein grösseres Horrorszenario?

Während Finanzinstitute unter der Regulierungslast ächzen, hat sich eine bislang weitgehend unregulierte Parallelwelt der Kryptowährungen entwickelt, in der sich Leute tummeln, die früher an den Börsen zockten und den Banken Erträge bescherten. Nun haben die Banken die einst geliebten Kunden verloren und fallen über ihre alten Kunden her, indem sie sie als “fragwürdige Zocker” diskriminieren. Solch wiederwärtig schmutziges Verhalten erlebt man ansonsten allenfalls bei Ehescheidungen.

Ist das am Ende so etwas wie eine Ehescheidung?

Fast ein Jahrzehnt lang haben die Banken versucht, genau diese Kunden – exakt diese ! – für die anhaltende Aktienrally zu begeistern, und nun müssen sie untätig dem grössten Investmentboom der Dekade zuschauen, ohne daran mitzuverdienen. Bitcoin ist das Gesicht der Digitalisierung des Finanzsystems und somit das Schreckgespenst der alten Welt des Banking, die dem Krypto-Boom bislang ungläubig zuschaute. So wie einst die Indianer in Amerika, als die Konquistadoren nicht wie sie zu Fuss in den Kampf zogen, sondern hoch oben auf Pferden sitzend.

Die totale Verweigerung gegenüber Bitcoin, die von hochdekorierten aber verknöcherten Bankern wie J.P. Morgan-CEO Jamie Dimon oder UBS-Verwaltungsratspräsident Axel Weber vorgetragen wird, ist völlig unhaltbar. Kein Private Banker räumt in Wirklichkeit nicht ein, dass eine steigende Anzahl ihrer Kunden an der Bitcoin-Rally teilnehmen wollen oder sogar im Krypto-Geschäft bereits ein Vermögen gemacht haben – ohne die Banken.

Bitcoin ist für die Banken bislang nur ein “Execution only”-Geschäft. Sie führen also Transaktionen über Drittplattformen und nur auf Kundenwunsch aus — mehr aber nicht. Die Regulierungen erlauben den Banken nicht mehr. Klar, es wird dennoch daran gearbeitet, mit Bitcoin oder Kryptowährungen künftig eine weitere Anlageklasse zu schaffen.

In dieser Klasse sind Banker aber eigentlich ein Fremdkörper. Welcher Fussball-Bundesligaverein kauft sich einen 38 Jahre alten und verletzungsanfälligen Spieler, der bisher nur Eishockey gespielt und statt Kopfball Bodycheck trainiert hatte?

Die Verehrung ausschliesslich der Blockchain durch Banker unter Ausschluss von Bitcoin – dem bislang erfolgreichsten Produkt dieser bahnbrechenden Technologie – würde dem Bankkunden ohnehin nichts nutzen. Die Finanzindustrie interessiert sich für die Blockchain-Technologie nur, um durch diese Anwendung ihre horrenden Kosten zu senken. Davon allerdings wird beim Kunden kein Vorteil ankommen. Ersparnisse stecken sich die Banken ganz allein in die Tasche.

Ganz offensichtlich trifft die Kryptowährung Bitcoin Bedürfnisse der bisherigen Bankkunden. Die Investmentbank Goldman Sachs soll laut Medienberichten einen Handelsbereich für Kryptowährungen wie den Bitcoin planen. Ein Goldman-Sprecher meinte:

„Als Reaktion auf das Kundeninteresse an digitalen Währungen prüfen wir, wie wir dieses am besten bedienen können.“

An Bitcoin kommt keiner vorbei.

Den Bitcoin-Boom als gefährlichen Hokuspokus abzutun, ist nichts weiter als das nächtliche Pfeifen der Banken im Wald, um ihre Panik zu verdecken.

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