Anonyme Konten noch sicher?

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  1. Die hat OECD einen internationalen Standard für den automatischen Austausch von Finanzdaten geschaffen, den 96 Staaten bis Ende 2018 einführen wollen – wie sie sagen.
  2. Die Steuervermeidung von Konzernen bekommt mit dem BEPS-Projekt international angeglichene Grenzen gesetzt – wie es heisst.

Im laufenden Jahr hat sich hinsichtlich der Umsetzung allerdings nicht viel getan. Papier ist geduldig.

Wird Großbritannien wirklich seine Offshorefinanzzentren zur Transparenz zwingen?

Die neue EU-Geldwäscherichtlinie hängt durch. Niemand geht wirklich entschieden voran. Das bekannte Versteckspiel wird stets wiederholt mit Hinweis auf den Konkurrenten, der von allem keinen Vorteil erringen soll:

  • “Solange die USA nicht so weit sind, … beim automatisierten Informationsaustausch macht sie sowieso nicht mit … die legen uns vielleicht rein …”
  • “… falls China doch nicht mitzieht, … was dann? ..”
  • …ja dann … dann wollten auch viele EU-Staaten nicht vorpreschen.

 

Das Handelsblatt fragte am 7. April:

Sind anonyme Konten noch irgendwo sicher?

Die Autorin des Artikels verneint das und argumentiert:

  1. Es gab bereits die sog. „Offshore-Leaks“ aus dem Singapurer Portcullis Trustnet – was sie verschweigt: das ist ein unbeherrschbares Offshore-Massenabfertigungsunternehmen wie Mossack Fonseca.
  2. Es gab die „Luxemburg-Leaks“ – was sie verschweigt: betroffen nur Personen, die die Begründung der Offshore-Struktur ihrer Bank überlassen hatten und nicht selbst tätig geworden waren.
  3. Es gab das knappe Dutzend Steuer-CDs mit Kontendaten von Schweizer und Liechtensteiner Banken – was sie verschweigt: Das waren in erster Linie Bankkunden, nicht Kunden von spezialisierten Offshore-Unternehmen. Auftragnehmer war eine Bank. Ausserdem war alles Hehlerware, die deutsche Minister von Datendieben kauften. Und betroffen waren immer nur Banken, die Niederlassungen in Deutschland hatten und deshalb in Deutschland unter Druck gesetzt werden konnten. Zu solchen Kreditinstituten geht man nicht, wenn man seine Privatsphäre schützen will.
  4. Und nun unfassbare 2,6 Terabyte an Daten vom Massenproduzenten Mossfon in Panama.

Ohne kriminellen Datenverrat gäbe es keinen der vorgenannten Vorgänge. Das bedeutet, dass nur Kriminalität der Anonymität im Ausland gesicherten Vermögens gefährlich werden kann. Staatliche Abkommen darf man vergessen, die sind im Ergebnis wirkungslos.

Folglich sind immer mehr Deutsche der Meinung, dass Offshore-Vermögenssicherung zunehmen würde:

  • Die Angestellten zahlen brav die sogleich einbehaltenen Steuern,
  • wem nicht automatisch die Steuer abgebucht wird, sichert sein Vermögen offshore.

 

Im identischen Beitrag entwickelt das Handelsblatt aber diese erstaunliche Quintessenz:

„Weil es immer schwieriger wird, sichere Geldverstecke zu finden, wird Steuerflucht so teuer, dass sie sich inzwischen nur noch für Waffen- und Rauschgiftdealer lohnt sowie für Despoten, die außerhalb ihres Landes Fluchtgeld bunkern. Alle anderen zahlen gerade horrendes Lehrgeld.“

Dass das typischer Unsinn der zielgelenkten Mainstreampresse ist, kann jeder sehen, der sich die Preise auf unserer Internetseite anschaut. Zugegeben: Für den Verkäufer gebrauchter ungewaschener Wollsocken bei Amazon lohnt sich eine Offshorestruktur nicht, aber wirklich teuer ist das alles nicht.

Lehrgeld zahlen die, die sich ihre Offshorestruktur bei ihrer Bank von ihrem Bankberater haben zusammenschustern lassen, der den Auftrag an einen Massenanbieter ohne hinreichenden Datenschutz wie Mossfon in Panama weitergab.

Wer unabhängig von einer Bank – unter Umgehung seiner Hausbank, die das alles absolut nichts angeht – sich bei einem Spezialanbieter wie der Internetkanzlei eine Struktur nach seinen Bedürfnissen wie ein Massanzug anfertigen lässt und dann erst mit der Struktur den Bankkontakt herstellt – besser: herstellen lässt – und Konten eröffnet, der zahlt kein Lehrgeld, sondern geniesst die Vorzüge des Vermögenssschutzes offshore in vollen Zügen …

…und kündigt vielleicht sogar sein Abonnement beim Handelsblatt.

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