17 Steueroasen schwarz gelistet

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Black is Beautiful

17 Staaten hat die EU am 5. Dezember 2017 auf eine neu geschaffene sog. “Schwarze Liste von Steueroasen” gesetzt.

Panama ist dabei.

Das sind die konkreten Jurisdiktionen, die nun von der EU “black gelistet” sind:

  1. Amerikanisch-Samoa,
  2. Bahrain,
  3. Barbados,
  4. Grenada,
  5. Guam,
  6. Südkorea,
  7. Macao,
  8. die Marshallinseln,
  9. Mongolei,
  10. Namibia,
  11. Palau,
  12. Panama,
  13. St. Lucia,
  14. Samoa,
  15. Trinidad und Tobago,
  16. Tunesien
  17. die Vereinigten Arabischen Emirate.

Man hat auch noch eine sog. “graue Liste” (Watch-List) an Steueroasen geschaffen. Dieser Liste gehören weitere 47 Länder an, darunter die Türkei sowie auch die Schweiz.

Die Schweiz ist natürlich unglücklich auf dieser sog. „Watch List“ gelandet zu sein.

64 Länder dieser Welt werden somit als Steueroasen oder “steueroasen-nah” gelistet. Die UNO hat 193 Mitgliedsländer. Fast ein Drittel aller Länder dieser Welt werden von der Europäischen Union als “steuerpolitisch fragwürdig” eingestuft – wobei die USA und Puerto Rico (US-Territory) in keiner der beiden Listen auftauchen.

Da kommt Propaganda-Verdacht auf.

Zahllose Verhandlungen und Diskussionen zwischen den 28 EU-Staaten und potenziellen Steueroasen fanden statt. Im Laufe des Jahres 2017 hatten EU-Beamte insgesamt 92 Gebiete in Augenschein genommen und auf die Erfüllung europäischer Transparenzstandards geprüft sowie auf mögliche schädliche Steuerpraktiken.

Großbritannien hatte sich heftig gegen die Liste gewehrt, da es die Aufnahme von beispielsweise Jersey und den Jungferninseln gefürchtet hatte. Die Briten hatten Erfolg: Beide Jurisdiktionen tauchen nicht auf!

Imponierend ist die jetzt beschlossene Liste nicht gerade. Ein EU-Offizieller hatte eine Woche vor dem Beschluss gesagt, dass die geringe Zahl an Steueroasen auf der Liste darauf zurückzuführen sei, dass in den Gesprächen etliche Länder eine bessere Zusammenarbeit zugesagt hätten…

…also gehandelt hätten wie schon seit ca. 20 Jahren…

Im Ergebnis ist das eine Schmierenkomödie. Warum wird die grösste und aggressivste Steueroase der Welt nicht gelistet, nämlich die USA mit ihren völlig intransparenten Bundesstaaten Delaware, Nevada, South Dakota und Wyoming?

  • In Delaware sind über eine Million Firmen registriert – mehr, als der Staat Einwohner hat. Über 60% der 500 größten US-Unternehmen haben ihre juristische Heimat im US-Bundesstaat Delaware, der aggresssiv um Kapital wirbt und auf seine Intransparenz zum Vorteil von Steuerhinterziehern ganz offen hinweist.
  • Das spärlich besiedelte South Dakota hat in den vergangenen Jahren immer mehr Vermögende aus dem In- und Ausland angezogen mit seinen strengen Geheimhaltungsregeln und damit, dass der Staat weder persönliche Einkommensteuer noch Körperschaftsteuer erhebt
  • In Reno im Bundesstaat Nevada haben sich Filialen der europäischen Rothschild Bank angesiedelt.
  • Trident, einer der führenden Anbieter von Offshore-Vehikeln, hat neuerdings einen Ableger in Sioux Falls, South Dakota.

 

Es handelt sich beim Steueroasen-Spektakel folgerichtig um ein recht verlogenes Schauspiel.

Wer ein verlogenes Spiel betreibt, verdient es nicht anders als ausgetrickst zu werden. Das ist so leicht.

Ein Beispiel:

Wir halten die zivilrechtliche Stiftung aus Panama zum Zwecke des Vermögensschutzes und als Bollwerk gegen unsinnige Erbschaftsregelungen durch Gesetze sowie auch als Instrument einer Holding für nahezu konkurrenzlos gut. Wer hindert uns nun daran, diese Stiftung in Panama zu begründen um sie sogleich in eine andere Jurisdiktion zu verlegen, die nicht als Steueroase gelistet ist und der Stiftung obendrein besseren Rechtsschutz gewährt, als Panama das tut?

Mehr Beispiele gefällig?

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